Das Bild oben zeigt eine Aufstellung bei der Eröffnung der „Falken-Mühle“ am 12. Mai 1947; in der Mitte Minna Specht.

Gesamtübersicht der Rubrik "Bilder".

Die Ruine des Lehrgebäudes

Das Lehrgebäude wurde beim Vormarsch der amerikanischen Truppen am 1. April 1945 von den Nazis selbst in Brand gesteckt.

Die Fotos sind im Juli 1945 von meinem Vater gemacht worden;
das mittlere, obere am 20. 10.1945 zum Richtfest.
Zu erkennen sind auf den Juli-Bildern die ersten Aufräumarbeiten durch dienstverpflichtete Nazis aus Melsungen.

Auf dem ORKA (Open Repository Kassel) unserer Universitätsbibliothek gibt es vom oberen Bild eine Kopie. Wenn dann auf der Seite links oben die Suchworte „Walkemühle Foto“ eingegeben werden, können noch andere der obigen Bilder angesehen werden.

 

Braunhemden

 

Menschenmaterial des Dritten Reiches:
Führungsnachwuchs für die braune Bewegung.

Die Fotos wurden dankenswerter Weise von
Thomas Schattner zur Verfügung gestellt.

Archiv Schattner; Negative im Regionalmuseum Fritzlar.

Thomas Schattner
"Kaderschmiede in der Mühle."

Ab 1. Juli 1933 schulten die Nazis ihre Funktionäre in der Walkemühle bei Melsungen.
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, 30. 6. 2008, Ausgabe Schwalm-Eder.

 

 

Die Mühlenkinder

Die Fotos dieser Gruppe von Kindern, deren Eltern von den Nazis ermordet oder verfolgt wurden, hat meine Mutter im Frühjahr 1946 gemacht;
sie hat diese Kinder Die Mühlenkinder genannt.

Leider sind die Namen der Personen nicht bekannt. In Briefen meiner Eltern kommen nur einige Vornamen vor, die ich nicht zuordnen kann.
Wie an den Bildern zu sehen ist, war unser lieber schwarzer Setter nicht nur Wachhund, sondern auch Liebling der Kinder. Er hörte auf den Namen Tyras.

Auf dem ORKA (Open Repository Kassel) unserer Universitätsbibliothek gibt es vom oberen Bild eine Kopie. Wenn dann auf der Seite links oben die Suchworte „Walkemühle Foto“ eingegeben werden, können noch andere der obigen Bilder angesehen werden.

 

 

 

Die Schweizer Hilfe

Diese Seite reproduziert Fotos und Texte, die dankenswerter Weise
vom Schweizerischen Sozialarchiv zur Verfügung gestellt wurden.

Ein Lastwagen mit Lebensmitteln, insbesondere einem Schweizer Käse,
wird im Frühjahr 1946 in der Walkemühle entladen.

Kinder freuen sich über die Nahrungsmittelhilfe des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks (SAH).
Kinder transportieren die Kisten mit Nahrungsmitteln aus dem Wagen.
Kinder essen genüsslich das geschenkte Essen.
Kinder rennen dem soeben entladenen Wagen nach.
Kinder transportieren Pakete aus dem Wagen.
 


Die Fotos wurden im Frühjahr 1946 gemacht.

Ab Oktober 1945 leitete Jetti Ochsenbein vom SAH in der Walkemühle die Betreuung von Kindern, deren Eltern von der Nazis ermordet bzw. verfolgt worden waren.

Drei junge Frauen (2. v. r.: Jetti Ochsenbein) stehen in der Walkemühle vor einem Auto eines Mannes aus Bern.

Eine persönliche Bemerkung sei erlaubt:

Die auf den zwei oberen Bildern gezeigte Entladung eines Schweizer Käses war mir aus Erzählungen meiner Eltern sehr gut bekannt. In meiner Vorstellung war der Käse nur etwas größer: Durchmesser etwa 110 cm und nicht wie hier zu sehen: ca. 80 cm.

Zu Beginn des Jahres 2015 suchte ich zum Thema Walkemühle nach Bildern im Internet. Ich gab auch als Suchworte „Mascha Oettli“ ein; sie war ja in der Walkemühle gewesen und ich kannte sie noch so, wie sie etwa auf diesem Bild zu sehen ist.

Überrascht über die Anzahl der Bilder von Mascha, gab ich einfach mal in der Suchmaske auf der Seite dieses Bildes „Walkemühle“ ein. Ich wusste nicht wie mir geschah: Was ich aus Erzählungen kannte, war auf diesen Fotos zu sehen. Zwar kenne ich die Namen der auf den oberen Bildern zu sehenden Erwachsenen nicht. Doch da gibt es noch das Baby mit der Zipfelmütze. Die Rückfrage bei meinem Bruder, der zur Zeit der Aufnahmen sieben Jahre war, ergab: Zur Zeit der Aufnahmen gab es nur ein so kleines Kind in der Walkemühle: Ergo, wie zu sehen ist: Ich bin dabei gewesen! Ca. 15 Monate alt, aber selbstverständlich ohne direkte Erinnerung an den Vorgang. Auf Bildern meiner Mutter bin ich mit dieser Zipfelmütze zu sehen.

Bei den Recherchen zu diesen Seiten habe ich noch zweimal derart berührende Erlebnisse gehabt. Nachdenklich wurde ich öfter: Was ist Erinnerung? Wie genau ist unsere Erinnerung? Wie wird sie durch Bilder beeinflusst?

Ralf Schaper, 8. März 2016

 

Zur Arbeit des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks

Während der letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs nahm das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH eine ausgedehnte Versorgungs- und Unterstützungstätigkeit in den umliegenden Ländern auf. Was 1944 mit wenigen nach Frankreich verschickten Lebensmittelpaketen begann, wuchs sich rasch zu einer Grossaktion aus: Die Aktion unter der Bezeichnung „Colis Suisse“ lieferte Ende der 1940er Jahre monatlich bis zu 60'000 Pakete nach Italien, Deutschland, Österreich und Frankreich. Dank der Solidarität der Arbeiterbewegung konnte die Bevölkerung der kriegsversehrten Nachbarländer auch mit Möbeln und Kleidern versorgt werden. In der Schweiz führte das SAH mehrere Ferienheime, dank derer auch finanziell schlechter gestellte Familien Ferien machen konnten. – Das Bildarchiv des SAH umfasst mehr als 1'900 Fotos. Der Fokus liegt auf den 1940er und 1950er Jahren. Besonders gut dokumentiert sind die Hilfsaktionen der letzten Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegsjahre in den Nachbarländern. Hermann Freytag und Ernst Koehli, zwei Zürcher Fotografen aus dem Umfeld der Arbeiterbewegung, haben die Tätigkeiten des SAH über Jahre hinweg verfolgt und in nüchterner Weise festgehalten. Die Tätigkeiten späterer Jahre sind nur noch spärlich fotografisch dokumentiert.

Quelle:  Schweizerisches Sozialarchiv

Stand: 8. März. 2016

 

 

 

Eine alte Landkarte von 1615

www.uni-kassel.de/ub/fileadmin/datas/ub/bibliotheksshop/buecher/wilhelm-dillich.landtafeln.jpg

Dilich, Wilhelm und Ingrid Baumgärtner, Martina Stercken und Axel Halle (Hrsg.)
Landtafeln hessischer Ämter zwischen Rhein und Weser 1607 - 1625.
Kassel: Kassel University Press 2011. ISBN: 9783899584509

In diesem Buch ist auch jene Landkarte / Tafel angedruckt, die teilweise oben auf der Seite „Beifang“ zu sehen ist.

Zum Projekt der Herausgabe dieser Landtafeln existiert eine Überblicksseite

Nach Aufruf der ersten Tafel können z.B. leicht weitere Tafeln angesehen werden.

Die hier betrachtete Tafel scheint nach Durchsicht des Buches eine der am meist benutzten zu sein; zumindest hat das Exemplar, das zur Digitalisierung genutzt wurde, wohl die meisten Gebrauchsspuren.

Wie auf diesem kleinen Ausschnitt in der Mitte zu sehen ist, führte wohl schon 1615 ein Weg (punktierte Linie) von Melsungen nach Adelshausen und überquerte die Pfieffe ungefähr an der Stelle, wo später auch die Walkemühle lag und die Landstraße den Bach überquerte.

Der Waldrand beim „Krachenberg“ (links oben) hat vor 400 Jahren fast die gleiche Lage wie heute, wie durch Vergleich mit der GoogleMap unten zu erkennen ist, insbesondere bei Betrachtung eines dort entsprechend auszuwählenden, kleinen Ausschnittes.