Lügen in der Presse vom Juni / Juli 1933

- und vom 4. Juli 1933 die Richtigstellung

Der Nachdruck von Artikeln aus der Nazi-Presse von 1933 birgt die Gefahr die dort formulierte Propaganda zu transportieren. Zu dem Ereignis dieser feierlichen Eröffnung liegen aber nicht nur mehrere Artikel aus der lokalen Presse vor, sondern insbesondere eine Richtigstellung, die jedoch damals nicht veröffentlicht werden konnte! Weiterhin enthalten die Zeitungsartikel teilweise – durchaus zutreffende – beachtenswerte Beschreibungen der Räumlichkeiten der Walkemühle und Passagen zur ihrer Geschichte.

Doch auch Sätze wie diese sind zu finden:

… Zur Zeit sind in der Walkemühle noch einige Melsunger Schutzhäftlinge untergebracht. Nach ihrer Aussage haben sie über die Unterbringung und Verpflegung nicht zu klagen. …

… Wir reichen jedem ehrlichen Deutschen die Hand, aber nicht um uns zu betrügen, sondern um mitzuarbeiten. …

Die Texte werden also nebst einigen – hoffentlich das Verständnis erhöhenden – Anmerkungen wiedergegeben.

Dem Faksimile eines Ausschnitts des Artikels Die Walkemühle bei Melsungen einst und jetzt vom 30. Juni 1933, folgt der leichteren Lesbarkeit wegen eine Opens internal link in current windowAbschrift des Textes. Durch Anklicken erscheint der Ausschnitt vergrößert. In der Abschrift sind jene Stellen grün markiert und durch Markierungen wie [2] bezeichnet, auf die sich jeweils die Absätze in der folgenden Opens internal link in current windowRichtigstellung  von Hermann Roos vom 4. Juli 1933 beziehen.

Hermann Roos war ein großer Förderer der Philosophisch-politischen Akademie. Durch seine großzügigen Spenden konnten 1922 das Akademiegebäude und das Lehrgebäude der Walkemühle gebaut werden. Als englischer Staatsbürger konnte er es sich im Juli 1933 erlauben, eine Richtigstellung bzgl. des Artikels der Kasseler Neuesten Nachrichten zu fordern.

Von Thomas Schattner gibt es in der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen, Schwalm-Eder Ausgabe, am 30. Juni 2008 zwei Artikel (pdf)

Kaderschmiede in der Mühle – Ab 1. Juli 1933 schulten die Nazis ihre Funktionäre in der Walkemühle bei Melsungen

Jeden Morgen gab es Prügel – Im Keller der Mühle wurden Häftlinge gequält

unter der Überschrift

Vor 75 Jahren: Nazis eröffneten Funktionärsschule samt Folterkeller bei Melsungen

 

Inhaltsverzeichnis

Opens internal link in current windowAbschrift: Die Walkemühle einst und jetzt. Kasseler Neueste Nachrichten, 30. Juni 1933.
Opens internal link in current windowRichtigstellung von Hermann Roos, Kassel, 4. Juli 1933.
Opens internal link in current windowFußnoten bzgl. der Richtigstellung. Kassel, 20. Februar 2017.
Opens internal link in current windowAbschrift: Die Walkemühle wird Amtswalterschule. Kasseler Post, 29. Juni 1933.
Opens internal link in current windowAbschrift: Rüstzeug zum Führer. Kasseler Post, 1. Juli 1933.
Opens internal link in current windowAbschrift: Die Walkemühle als Amtswalterschule. Melsunger Tageblatt, 30. Juni 1933.
Opens internal link in current windowAbschrift: Feierliche Eröffnung der Amtswalterschule. Melsunger Tageblatt, 4. Juli 1933.
Opens internal link in current windowHinweise Hinweise zum Lied Im Hessenland marschieren wir. Kassel, 20. Februar 2017.


Quellen: UB Marburg 065 2 VIII A 1611;
bzw.:
AdsD, Nachlass Minna Specht MSAE000068.


Nr. 150  Dreiundzwanzigster Jahrgang  Kasseler Neueste Nachrichten  Freitag, 30. Juni 1933 / 1. Beilage - Seite 1

br. Bis zum März 1933 bestand der nationalsozialistische Kampf in der Eroberung der Massen. 14 Jahre wurde die Trommel gerührt, wurde Propaganda gemacht, wurden die Massen für die nationalsozialistische Idee gewonnen. Agitation und Propaganda nahmen die Zeit jedes einzelnen Parteigenossen voll in Anspruch. Nur wenige meist führende Parteigenossen hatten Gelegenheit, sich mit den weltanschaulichen Grundlagen und den praktischen Auswirkungen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.

Diese Lücke gilt es nach Eroberung der Macht, nach der Errichtung des nationalsozialistischen Staates zu schließen.

Der Führer hat angeordnet, daß sämtliche Amtswalter und, Parteigenossen sich einer intensiven Schulung zu unterziehen haben, einer Schulung, die nach der Propaganda der vergangenen Jahre dringend notwendig ist und dazu führen wird, die Organisation zu festigen und stark zu machen für die praktische Durchführung des Nationalsozialismus.

In drei Schulungsgruppen soll den Amtswaltern und Parteigenossen das notwendige Gedankengut vermittelt werden. Die Amtswalter der Gauleitungen und die Kreis - Schulungsleiter werden an drei Schulen unterrichtet, von denen eine die bekannte Reichführerschule in Bernau in der Mark ist. Die Stabswalter der Kreisleitungen, die Ortsgruppenleiter, Zellen- und Blockwarte usw. werden in den Amtswalterschulen in 14tägigen Kursen für ihre Arbeit vorbereitet. Im Gau Kurhessen sind drei Amtswalterschulen vorgesehen, und zwar in Melsungen, in Marburg und in Fulda. Die dritte Schulungsgruppe umfaßt die neu der Bewegung zugeführten Parteigenossen, deren geistige Betreuung und Einführung in den Nationalsozialismus Aufgabe der Ortsgruppenleiter und Stützpunktleiter ist.

Wenn man bedenkt, daß der Gau Kurhessen nicht weniger als 6000 Amtswalter hat, so kann man ermessen, welch ungeheure Arbeit hier in den nächsten Monaten seitens des Gauschulungsleiters Neuburg zu organisieren ist.

Dank dem Entgegenkommen des Gauschulungsleiters Neuburg hatte die Presse gestern nachmittag Gelegenheit, die Gauamtswalterschule I des Gaues Kurhessen, die in der landschaftlich herrlich gelegenen Walkemühle, wenige Kilometer von Melsungen untergebracht ist, eingehend zu besichtigen. Standartenführer Wagner, Besse, und Schulungsleiter Neuburg hatten die Liebenswürdigkeit, uns mit sämtlichen Räumen der vier Gebäude umfassenden Schulungshauses und mit der Geschichte der Walkemühle bekannt zu machen.

Am 28. März wurde die Walkemühle, in der sich bis dahin die Philosophisch-politische Akademie des „Internationalen Sozialistischen Kampfbundes“, der den verstorbenen Göttinger Professor Nelson zu seinem geistigen Führer hat, befunden hatte, von der SA übernommen. Die Philosophisch-politische Akademie[1] war in den rund 10 Jahren ihres Bestehens ängstlich darauf bedacht gewesen, der Oeffentlichkeit jeden Einblick in ihren Schulbetrieb zu verwehren[2]. Was ihr umso leichter war, als sie von den damaligen Regierungen als gemeinnützig anerkannt war.

Unter dem Deckmantel der Fortführung der Kant-Fries’schen Philosophie[3] hatte man hier eine Schule eingerichtet, die junge Menschen bewußt zu kommunistischen Kämpfern heranziehen sollte.

Vielfach waren Findelkinder [4], die von den Jugendämtern westdeutscher Großstädte der Schulleitung zur Ausbildung überlassen wurden; keine Bindung an Heimat und Elternhaus beschwerte diese Kinder, die im Alter von 2–3 Jahren der Schule überwiesen wurden. Umso leichter war es für die Lehrer, jedes vaterländische oder gottesfürchtige Empfinden auszuschalten und so die Kinder zu bewußten Klassenkämpfern heranzubilden.

Die Mittel für die Unterhaltung dieser Schule und Einrichtung von Neubauten notwendig waren, flossen der Schulleitung seitens sogenannter Paten zu.

Einer der eifrigsten Geldgeber war der sich zur Zeit in Schutzhaft befindliche jüdische Seifenfabrikant Viktor Wolff[5] aus Schlüchtern, der nachweislich der vorgefundenen Belege jeden Monat durchschnittlich 1000 RM. zur Verfügung gestellt hat.

Die Geldgeber der Schule waren insbesondere auch im Ausland zu finden, so in England, China, Japan und Australien.

Die Einrichtung dieser rein kommunistischen Zwecken[6] dienenden Anstalt war, das muß offen ausgesprochen werden, eine geradezu vorbildliche. Was man sich nur an schulischen Hilfsmitteln, an technischen Apparaturen denken kann, das war hier dank der großen Geldmittel, die der Schule zur Verfügung standen, in reichem Maße vorhanden. Wir betreten einen Raum, der in Zukunft als Schulungsraum für die Amtswalter gedacht ist, der einst ein chemisch-physikalisches Laboratorium darstellte, in dem jeder Schüler auf seinem Platz eine eigene Gas-, eine eigene Licht- und eine eigene Wasserleitung hatte. In einem Nebenraum wurden Typhus- und Cholera - Bazillen[6] hergestellt und auf ihre Wirksamkeit hin beobachtet. Die Schlosser- und Schreinerwerkstatt, eine Schmiede dienten zur handwerklichen Ausbildung der Schüler und waren mit den feinsten Mechaniker-Drehbänken, Holzbearbeitungsmaschinen, Bohrmaschinen usw. ausgestattet. Ein Turnsaal diente der körperlichen Ertüchtigung; Zeichnungen an den Wänden dieses Saales zeugen davon, daß sich unter den ehemaligen Insassen auch künstlerisch begabte Menschen befanden.

Die Elektrizität wurde für sämtliche vier Gebäude selbst erzeugt, eine Hauptturbine für die Lichtgewinnung, eine kleinere Turbine für die elektrische Heizung sind vorhanden.

War im Sommer mal die Kraft der Pfieffe nicht stark genug, so sorgte ein Rohöl-Motor dafür, daß in der Lichtbelieferung keine Stockung eintrat. Elektrische Brotschneidemaschinen, eine elektrische Waschmaschine, eine elektrische Wäschetrocknungsmaschine, ein Backraum, die vortrefflich eingerichtet Speisekammer, die Ausstattung der Küche, vier Morgen Gärten, ein Musiksaal, die Zimmer der Lehrer und die später eingebauten Kurzimmer für die Paten ließen erkennen, daß diese Anstalt wirklich aufs modernste eingerichtet und in dieser Hinsicht von einer staatlichen Anstalt kaum zu übertreffen war.

Das besondere Interesse des Besuchers lenkt der geräumige Bibliothekssaal auf sich. Bücherregale an sämtlichen Wänden, fast bis zur Decke reichend, gefüllt mit Büchern. Hier finden wir Bücher mannigfaltigen geistigen Ursprungs. Hier sind die Klassiker, die deutschen Romantiker, die Vertreter der Weltliteratur fast vollständig vorhanden,

hier finden wir aber auch ein geistiges Arsenal des Marxismus und Leninismus, hier finden wir ganze Stöße marxistisch-kommunistischer Propagandaschriften[7], die von den Schülern in den Nachbarorten unter der Bauern- und Arbeiterbevölkerung verbreitet wurden.

Wenn diese Bibliothek nicht wäre, wenn sie nicht einen solch geradlinigen Schluß auf den wahren Charakter dieser Anstalt zuließe, so könnte man im Zweifel sein, welcher geistigen Richtung dieses Erziehungsinstitut diente. So aber ist jeder Zweifel ausgeschlossen, so wissen wir, daß dank des Sieges des Nationalsozialismus eine marxistische Brutstätte von staatsgefährlicher Wirksamkeit ausgehoben wurde.

Zur Zeit ist ein Arbeitskommando damit beschäftigt, die Gebäude instand zu setzen. Zimmer- und Schreinerarbeiten, Ausbesserung der Wege, die durch das Hochwasser gelitten haben, gärtnerische Arbeiten werden hier ausgeführt. Standartenführer Wagner, der Schulleiter, hat mit seiner Familie im Gebäude der alten Mühle Wohnung genommen; denn hier sollen nicht nur die Amtswalter unterrichtet werden, sondern eine SA-Führerschule eingerichtet werden, um so das gegenseitige Verständnis zwischen politischer Leitung und SA-Führung, zwischen dem Parteigenossen und dem SA - Mann zu vertiefen. Die Räume werden so hergerichtet, wie sie für eine Amtswalterschule brauchbar erscheinen. Leider war es der ehemaligen Schulleitung gelungen, einen großen Teil des Inventars rechtzeitig vor der Besitzergreifung durch die SA, zu beseitigen[8]. Was an Material noch vorhanden und für die künftigen Schulungszwecke nicht verwertbar ist, wird sorgfältig aufgehoben und vor Vernichtung bewahrt.

Die 5000 Bände umfassende Bibliothek ist zwar nicht mehr vollständig vorhanden, aber birgt doch noch reiche Schätze, die, wie wir hören, unserer Landesbibliothek Marburg zur Verfügung gestellt werden sollen.

Alles in allem empfing der Besucher einen ausgezeichneten Eindruck von der Anstalt, und wir zweifeln nicht daran, daß die Amtswalter der Partei und die SA-Männer, die zu 14tägigen Kursen nach der Walkemühle beordert werden, hier nicht nur eine Fülle geistiger Anregungen empfangen werden, sondern darüber hinaus einen tiefen Einblick von der Schönheit hessischer Landschaft, eine Verinnerlichung ihres Heimatgefühls gewonnen werden. Hoffen wir, daß alle Schüler diese Kurse mit dem Erfolg verlassen, der notwendig ist, um sie zu wahren Führern der Bewegung und damit zu Führern der nationalsozialistischen Deutschlands zu stempeln.

Die feierliche Eröffnung der Amtswalterschule in Anwesenheit des Gauleiters Weinrich ist für Sonntag abend 7 Uhr vorgesehen.

Zu den Bildern:

Oben: Gesamtansicht der Walkemühle
Links: Standartenführer Wagner und Gauschulungsleiter Neuburg im Bibliothekssaal
Rechts: Hier wird die Kraft für die Beleuchtung der vier Gebäude erzeugt.
Sämtliche Bilder sind eigene Aufnahmen der K.R.N.

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Die Richtigstellung

Abschrift nach Kopien aus dem Bundesarchiv Berlin: BArch R 1501 fol. 640; bzw. dem Archiv der sozialen Demokratie Bonn, AdsD, Nachlass Minna Specht 1MSAE000068.

Widerlegung einer Auslese von Behauptungen in den „Kasseler Neuesten Nachrichten“ vom 30. Juni 1933, betreffend die „Walkemühle“.

Zu 1.
Die Philosophisch-politische Akademie1) ist kein Unternehmen des Internationalen sozialistischen Kampf-Bundes (ISK)2), sie ist drei Jahre vor der Gründung des ISK entstanden. Sie beruht auf den wissenschaftlichen Grundlagen, die Nelson3) geschaffen hat, und dient dem Zweck, die sittlichen Forderungen, die die Ethik stellt, in der Erziehung zu verwirklichen. (Siehe Satzung).

Zu 2.
Die Abschliessung der in der Walkemühle geleisteten Erziehungsarbeit vor der Öffentlichkeit beruht allein auf der pädagogischen Erwägung, dass die Erziehungsarbeit in der Stille vor sich gehen muss, und das jede Schaustellung die Bildung des Charakters gefährdet. Die Regierung hatte selbstverständlich vollen Einblick in die Arbeit wie die Akten bezeugen. Ich selber habe – wie viele andere Freunde der Schule – jeder Zeit Zutritt zu ihr gehabt und habe ihre Arbeit kritisch verfolgen können. Aehnlich ging es pädagogisch interessierten Menschen überhaupt, was durch die Tatsache bewiesen wird, dass Kurse mit Lehrern und ähnliche Veranstaltungen stattgefunden haben.

Zu 3.
Die Behauptung, die Kant-Fries’sche Philosophie4) hätte den politischen Zielen nur als Deckmantel gedient, ist grundfalsch. Diese Schule ist überhaupt nur gegründet worden, um der Verwirklichung der Kant-Fries’schen Philosophie willen. Wer sich diese Weltanschauung zueigen gemacht hat, kann, seiner ganzen geistigen und seelischen Anlage nach, gar nicht darauf eingestellt sein, materialistisch-kommunistische Ideen zu vertreten. Als Beleg hierfür möchte ich hinweisen auf das Vorwort, das von Fräulein Minna Specht5) und Dr. Grete Hermann6) zur Einführung in das System der Ethik und Pädagogik7) geschrieben worden ist.

Zu 4.
Kein einziges Findelkind von Jugendämtern westdeutscher Grossstädte ist der Walkemühle überlassen worden. Ein mehrtägiger Elterntag versammelte in jedem Jahr fast alle Eltern in der Schule und knüpfte das Band zwischen Eltern, Kindern und ihren Lehrern.

Religiöses Gefühl ist nicht unterdrückt worden, es herrschte keine gottlose Einstellung.

Zu 5.
Herr Max Wolf8) hat sich niemals in Schutzhaft befunden. Viktor Wolf war sein lange verstorbener Vater. Ich kenne M.W. persönlich und schätze ihn als einen ernsthaften, der Sache der Fries’schen Schule innerlich verbundenen Mann. Er hat der Schule in grosszügiger Weise den genannten monatlichen Betrag geleistet, und es kennzeichnet ihn, dass er niemals beanspruchte hat, der Schule einen Mitarbeiter oder Schüler zuzuweisen. Ich habe meinerseits die gleiche Scheu empfunden, denn die Leiterin sollte unter keinen Umständen sich unter einem Druck fühlen können.
Geldgeber aus Japan und Australien hat es nie gegeben.

Zu 6.
Die stete Wiederholung der Behauptung, dass die Walkemühle „rein kommunistischen Zwecken“9) gedient habe, ist bisher nicht bewiesen worden und kann nicht bewiesen werden. Einer solchen Behauptung steht entgegen: a) die wissenschaftliche Arbeit Nelsons, b) die Schularbeit, die, wie bereits gesagt der Regierung völlig bekannt war, c) das Zeugnis vieler Männer und Frauen, das aus dem Kreise Melsungen beigebracht werden könnte, falls dies gewünscht wird, siehe vor allem auch die Denkschrift der Kasseler Anwälte10).

„Typhus- und Cholera- Bazillen“. Diese Behauptung würde die Ablehnung mit „too silly for words“ verdienen. Aber ich muss wohl doch davon Notiz nehmen und ausdrücklich erklären, dass solche Bazillen niemals in der Walkemühle hergestellt worden sind.

Zu 7.
Die Bemerkung, in der Bibliothek seien ganze Stösse marxistisch-kommunistischer Propaganda-Schriften gefunden worden, widerstreitet der Feststellung, die ein im März vom Polizeipräsidium in Kassel entsandter Beamter, Herr Kriminalassistent Seyffert, gemacht hat. Das Zeugnis dieses Herrn liegt vermutlich noch bei der Regierung in Kassel. In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen, dass in keinem einzigen Heft des „ISK“11) eine Stelle zu finden ist, die den Kommunismus vertritt. Die russische Grenze ist gegen den „ISK“ gesperrt.

Zu 8.
Der Teil des Inventars, den die Schulleitung abtransportieren liess, war das Privateigentum der Mitarbeiter und ist, wie ich von Fräulein Specht5) gehört habe, unter Aufsicht des Kreisleiters der NSDAP, Herrn Wisch aus Melsungen, fortgebracht worden6).

Ich habe Fräulein Specht veranlasst, mit mir nach Kassel zu kommen, um angesichts dieses Zeitungsartikels ebenfalls gehört zu werden. Ausserdem äusserte ich die Bitte mit dem Schreiber (br.) des Artikels (vermutlich der Fabrikbesitzer Dr. Braun12) aus Melsungen) konfrontiert zu werden. In meinem Berliner Protokoll vom 30. Juni habe ich behauptet, dass ein „getrübtes Bild“ betreffs der Walkemühle entstanden sei. Dafür ist der eben behandelte Zeitungsartikel vom 30. Juni ein wohl nicht zu überbietendes Beispiel.

Kassel, 4. Juli 1933.

gez. Hermann Roos13)

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Fußnoten und Hinweise bzgl. dieser „Opens internal link in current windowRichtigstellung

von Ralf Schaper, Kassel, 20. Februar 2017

1) Philosophisch-politische Akademie

2) Internationaler sozialistischer Kampfbund

3) Leonard Nelson

4) Kant-Fries’sche Philosophie

5) Minna Specht war bis zum 19. 4. 1933 in der Walkemühle polizeilich gemeldet.

6) Grete Hermann war bis zum 20. 4. 1933 in der Walkemühle polizeilich gemeldet.

Das mehrfach reproduzierte Foto Minna Specht und Grete Henry-Hermann bringen Dokumente aus der Walkemühle in einen Bank-Safe, Kassel 1933 ist sowohl hier, als auch hier, als auch hier, zu sehen.

Die Formulierung Leider war es der ehemaligen Schulleitung gelungen, einen großen Teil des Inventars rechtzeitig vor der Besitzergreifung durch die SA, zu beseitigen. ist falsch!

In einem Vermerk (HStA Marburg 223/32) vom 7. 11. 1934 im Zusammenhang mit der „Verbringung“ der Bibliothek aus der Walkemühle in die Landesbibliothek Kassel heißt es: In der Walkemühle seien noch nachträglich in einer Kammer (ca. 20 Ctr.) schriftliches Material vorgefunden worden. Ein weiterer Vermerk vom Februar 1936: Auf Veranlassung des Geh. Staatspolizei-Amtes in Berlin wurden durch die Staatspolizeistellen Kassel die handschriftlichen Bestände der ehemalig kommunistischen Walkemühle-Bücherei, die mit den Buchbeständen in die Landesbibliothek überführt waren, beschlagnahmt und sichergestellt. Es handelt sich dabei höchstwahrscheinlich um die Unterlagen (7,5m Akten), die jetzt im Bundesarchiv Berlin als Nachlass Nelson einzusehen sind.

7) Einführung in das System der Ethik und Pädagogik

8) Max Wolf.

Im März 1934 wurde Max Wolf in „Schutzhaft“ genommen. Siehe auch diese Seite Eine vegetarische Seife.

9) Dazu Kommunistische Brutstätte

10) Denkschrift der Kasseler Anwälte:
Heussner, Wieser, Niemann, Borgmann:
Verteidigungsschrift und Gutachten anläßlich der Besetzung der Walkemühle und ihrer Durchsuchung auf illegale Literatur und Waffenbesitz am 14. 3. 1933.
Im Archiv der sozialen Demokratie Bonn: AdsD Nachlass Minna Specht, 1/MSAE000068

11) Die Zeitschrift „ISK“.

12) Fabrikbesitzer Dr. Braun:
In Melsungen gibt es zwei Familien Braun, die Fabrikbesitzer sind.

Der hier erwähnte Dr. Braun ist wohl der NSDAP-Gauwirtschaftsberater Dr. Rudolf Braun. Als Inhaber der Uzara-Werke in Melsungen wird R. Braun auch „Uzara-Braun“ genannt.

Der „andere Fabrikbesitzer Braun“, Otto Braun, war 1933 nicht promoviert.

13) Hermann Roos, Schweizer Fabrikant, „geborener Deutscher und seit 1890 englischer Staatsuntertan“, hat 1922 durch enorme Spenden den Bau des Akademie- und des Lehrgebäudes der Walkemühle ermöglicht und auch weiterhin die Philosophisch-politische Akademie finanziell und ideell unterstützt. Die hier wiedergegebene Richtigstellung ist eine Anlage zu diversen Schreiben und Unterlagen, die Roos der Geheimen Staatspolizei Berlin, Dezernat 7, direkt übergeben hat und die auch am 4. Juli an den Regierungspräsidenten in Kassel geschickt wurden (AdsD, Nachlass Minna Specht, 1MSAE000068).

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g. Melsungen, 29. Juni

Als die nationalsozialistische Bewegung am 30. Januar den Staat in Besitz nahm, da war es mit ihr erstes Bestreben, den internationalen Ungeist, der sich im Lande breit machte, und der alles völkische Leben zu überwuchern drohte, mit Stumpf und Stiel auszurotten.

Zu einer Brutstätte kommunistischer Zersetzungsarbeit hatte sich die Walkemühle bei Adelshausen entwickelt, die in der Inflationszeit aus Privatbesitz in die Hände der „Philosophisch-politischen Akademie“ übergegangen war. Diese wurde von dem Philosophen Nelson, der hier bei der Walkemühle begraben liegt, begründet. Sie wurde zum Sammelbecken aller möglichen geheimnisvollen internationalen Gestalten. Das Gefährlichste war noch, daß dem Lehrer der Anstalt Dr. Wunder, vom Unterrichtsministerium die Erlaubnis zur Unterrichtserteilung an schulpflichtige Kinder erteilt worden war. So konnte man den Geist des Internationalismus ungehindert in jungen Kinderherzen träufeln und eine Seuche verbreiten, die langsam weiterfraß. Überall in den Nachbargemeinden wurden Gottlosenversammlungen abgehalten und Propagandaschriften vertrieben. Es ist kein Zufall, wenn z. B. die Zahl der marxistischen Stimmen noch bei der letzten Reichstagswahl in Adelshausen eine verhältnismäßig hohe war. Von dem Dunkel der Schule ist in die Öffentlichkeit nie viel gedrungen.

Früher hatte die Mühle gewerblichen Zwecken gedient. Hier wurden in den 80er und 90er Jahren die weit und breit bekannten Melsunger Tuche gewebt. 60 bis 70 Arbeiter hatten Beschäftigung und führten mit ihrem kleinen Häuschen ein zufriedenes und auskömmliches Leben. Um die Jahrhundertwende ging die Weberei ein, weil die Fabriken in Melsungen mit ihren maschinellen Einrichtungen in die Höhe wuchsen und sich der mit Handstühlen arbeitende Betrieb nicht mehr halten konnte. Die Mühle wurde zu einer Holzwarenfabrik umgebaut und wechselte mehrmals ihre Besitzer.

Der nahegelegenen Melsunger Stadtwald lieferte das Holz. Hauptsächlich wurden Handleiterwagen fabriziert.

Doch auch dieser Betrieb war für die Dauer nicht zu halten. In den ersten Kriegsjahren wurde die Fabrik stillgelegt. Dann ruhte in ihr jedes schöpferische Leben – bis in der Inflationszeit das internationale Lehrinstitut hier errichtet wurde, das soviel Unheil brachte. Der Hauptgeldgeber war der jüdische Seifenfabrikant Victor Wolff aus Schlüchtern, der laut der noch aufgefundenen Quittungen allmonatlich 1000 Mark gestiftet hat.

Am 28. März wurde die Mühle von SA- und Hilfspolizei besetzt und das Hakenkreuzbanner gehißt. Nachdem die SA den Besitz von der Schule ergriffen hatte, ist sie nun wieder lauteren Zwecken zugeführt worden. Als Amtswalter- und SA-Führerschule soll sie eine Lehrstätte deutschen Führergeistes werden. Auch das Geschäftszimmer der Standarte 178 wurde in der Walkemühle untergebracht. Am Sonntag abend 6 Uhr wird der neue Amtswalter-Kursus, der vom 2. bis 15. Juli dauern soll, festlich eröffnet werden.

Gestern hatte die Kasseler Presse Gelegenheit, die Walkemühle zu besichtigen. Standartenführer Wagner-Besse und Gaugeschäftsführer Neuburg waren den Besuchern liebenswürdige Führer. Die drei Schulen des Gaues, Walkemühle, Marburg und Adelsbeck, die demnächst eröffnet wird, werden im Laufe der Zeit, die 6000 Amtswalter des Gaues in Kursen zusammenfassen. Die Lehrgänge werden 14 Tage dauern und nach eine Pause von acht Tagen werden wieder neue Schüler aufgenommen werden.

Quelle: UB Kassel 37 2º HZ 47

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2. Blatt der Kasseler Post - Sonnabend, den 1. Juli 1933

g. Melsungen, 30. Juni.

Bereits gestern teilten wir mit, daß die Walkemühle in der Nähe Melsungens am Sonntag ihrer neuen Bestimmung als Amtswalter- und SA-Führerschule übergeben wird. Wir gaben auch bereits einige Daten über das Schicksal der Walkemühle.

Wie die Besichtigung ergab, ist die Walkemühle für die Schulung der Amtswalter und SA-Führer sehr geeignet. Alle notwendigen Einrichtungen sind vorhanden. Die hier untergebrachten Kinder der

philosophisch politischen Akademie wurden in allen denkbaren Fächern, sogar im Handwerk, unterrichtet.

Da finden sich neben den üblichen auf das beste eingerichteten und mit Warmwasser und elektrischer Kraft versehenen Wirtschaftsräumen eine Schlosser- und Schreinerwerkstatt, ausgerüstet mit den besten Geräten und Maschinen, eine Turnhalle und ein chemisches Laboratorium. Im Unterrichtszimmer befanden sich neben jedem Schülertisch Wasser-, Licht- und Gasleitung. Außerdem hatte man eine Lichtanlage mit mehreren Turbinen angelegt, die von der vorbeifließenden Pfieffe gespeist wurden. 15 Elektromotoren und ein Dieselmotor sorgten für die nötige Kraft. Ein vier Morgen großer Garten schloß sich den Gebäuden an. In dem eigentlich erst 1932 von der Akademie errichteten Wohngebäude, befindet sich neben vielen Einzelzimmern ein großer Musiksaal und eine Bibliothek, die mit 5000 Bänden ausgestattet ist. Viel zersetzendes Material, aber auch wertvolle Bücher sind da zu finden.

Zur Zeit sind in der Walkemühle noch einige Melsunger Schutzhäftlinge untergebracht. Nach ihrer Aussage haben sie über die Unterbringung und Verpflegung nicht zu klagen. Welcher Geist in dieser kommunistischen Schule herrschte, beweist die Aussage eines neunjährigen Jungen, der Standartenführer Wagner auf eine religiöse Frage antwortete, daß Gottesglaube ein Märchen und Irrwahn der Menschheit sei.

Für die Amtswalter beginnt der erste Kurs am 2. Juli.

Alle bisherigen Amtswalter sind vorläufig noch kommissarisch eingesetzt. Ihre endgültige Bestätigung erfolgt erst, wenn sie die Führerschule durchgemacht haben.

Durchschnittlich werden 4 bis 6 Stunden Unterricht täglich erteilt.

Als Lehrer sind gewonnen: Rektor Blume-Melsungen Geschichte, Gaubetriebszellenleiter Stock-Kassel Arbeitsfragen, Dr. Müller-Hofgeismar Bauernfragen, Brühmann-Kassel Kassenfragen, Truppführer Beisner-Walkemühle Staatspolitik, Gauobmann des NS-Lehrerbundes Petersohn-Kassel die deutsche Schule, Kampfbundführer Bernhardt-Großalmerode Wirtschaftspolitik. Dr. R. Braun-Melsungen, Handelskammerpräsident, der kommende Ständestaat, v. Baumbach Selbstverwaltung, v. Dörnberg-Hausen hessische und deutsche Geschichte, Standartenführer Wagner Wesen und Aufgaben der SA., Chefredakteur Beinhauer-Kassel Pressefragen, Gauobmann des NS-Ärztebundes Dr. Harrfeldt Vererbungslehre und Bevölkerungspolitik, Stadtrat Moog-Kassel die Selbstverwaltung der Gemeinden, Propagandaleiter Gerland Propaganda, Ortsgruppenleiter Dr. Reinhardt-Melsungen 1. Kommunalpolitik (Etat, Gemeindeverwaltung usw.) 2. Ethik und Politik, Gauschulungsleiter Neuburg Arbeitsdienst, Kreisleiter Wisch-Melsungen Geschichte der NSDAP, Kreisbetriebszellenleiter Schneider-Melsungen Gewerkschaftsfragen, Landtagsabgeordneter Vetter landwirtschaftlicher Fachberater, Ostpolitik und deutsches Bodenrecht, Gauredner Löwie-Landau Führungsarbeit am Sprechabend.

Sämtliche Amtswalter müssen an den Schulungskursen teilnehmen, ausgenommen die Kreisleiter und die Kreisschulungsleiter, die die neugegründete Reichsführerschule in Bernau besuchen.

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30. Juni 1933

Wie bereits berichtet, wird am Sontag abend 6 Uhr in der Walkemühle der erste Amtswalter-Kursus, der vom 2. Juli bis 15. Juli dauern soll, eröffnet. Somit ist die Walkemühle, die früher eine internationale „philosophisch-politische Akademie“ beherbergte, und die am 28. März von der SA. besetzt wurde, wieder lauteren Zwecken zugeführt. Als Amtswalter- und SA.-Führerschule soll sie eine Lehrstätte neuen deutschen Führergeistes werden. Auch das Geschäftszimmer der Standarte 173 wurde in der Walkemühle untergebracht. Alle bisherigen Amtswalter sind vorläufig nur kommissarisch eingesetzt. Ihre volle Bestätigung erfolgt erst, wenn sie die Führerschule durchgemacht haben. Als Lehrpersonal für den ersten Kursus sind gewonnen:

[Diese längere Liste stimmt fast wortwörtlich mit derjenigen im obigen Artikel „Das Rüstzeug zum Führer“ überein. Daher wird hier auf den Abdruck verzichtet. RS]

Quelle: UB Kassel 38 ZA 2211

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3. Juli 1933

Die feierliche Eröffnung der Amtswalterschule Walkemühle gestern abend, an der auch Landrat Freiherr von Gagern und Bürgermeister Dr. Schmidt teilnahmen, bedeutete einen Markstein in der Geschichte des ganzen Gaues Kurhessen der NSDAP. Nachdem Abordnungen der Stürme des Sturmbannes I/173 sowie der Jägersturm (Forstschule) Spangenberg auf dem Hofe der Walkemühle Stellung genommen hatten, traf Gauleiter Weinreich gegen 7 Uhr ein, und wurde begeistert mit Heilrufen empfangen.

Gauschulungsleiter Neuburg begrüßte den Gauleiter, den Kreisleiter und seine Stabswalter sowie die SA.-Männer und die Schulungsteilnehmer. Der Grund und Boden der neuen Schule sei jahrelang eine Brutstätte des Bolschewismus gewesen. Man habe hier versucht, getarnt den Kommunismus in Deutschland vorzubereiten. Heute wehen über diesem Ort die Hakenkreuzfahnen und morgen wird hier die verantwortliche Arbeit der nationalsozialistischen Amtswalter beginnen.

Eine jahrelange Forderung, ein langer Wunsch, so betonte dann Gauleiter Weinrich, der am Nachmittag die Amtswalterschule in Marburg eröffnet hatte, ist mit dem heutigen Tage in Erfüllung gegangen. Wir haben jahrelang ohnmächtig zusehen müssen, wie in dieser Schule deutsche Jugend unter Führung von Juden mit dem Geist des Marxismus verseucht worden ist, und wie diese aufgehetzte Jugend versuchte, sich unserem Vormarsch entgegen zustellen. Deshalb ist es zu verstehen, daß gleich mit Beginn der nationalen Revolution sofort Hand auf dieses Grundstück gelegt wurde. Viele Pgg. konnte bei dem großen Vormarsch den Nationalsozialismus in seinem ganzen Wesen und Wollen nicht immer richtig erfassen. Deshalb ist es eine Notwendigkeit, die Amtswalter zu schulen und ihnen ein Rüstzeug mit auf den Weg zu geben. Wir wissen, daß die Bewegung nach dem 30. Januar gewaltig gewachsen ist, man kann sagen, daß über 2 Millionen neue Mitglieder hinzugestoßen sind. Alle sind mit reinem Herzen und ehrlichen Willen zur Mitarbeit zu uns gekommen. Das eine ist gewiß, wir haben wohl die Macht, aber das größte Werk steht noch vor uns: Arbeit zu schaffen und das Volk freizumachen. Hierbei werden sehr oft unpopuläre Maßnahmen erforderlich sein. Dann muß der Führer wissen: Ich kann mich auf meine Bewegung verlassen. Meine Amtswalter und meine SA.-Männer gehen hinaus ins Land und versuchen die Massen des Volkes zu überzeugen von der nationalsozialistischen Idee. Heute gebe es nur einen Willen in Deutschland und was der Führer mache, sei richtig. Es gibt heute nur einen Mann in der Welt, der der größte ist, das ist Adolf Hitler. Die Klassen- und Parteiengegensätze seien überwunden und an ihre Stelle sei die Partei des Volkes getreten. Wir reichen jedem ehrlichen Deutschen die Hand, aber nicht um uns zu betrügen, sondern um mitzuarbeiten. Wir wollen versuchen, unserem Führer nachzueifern, denn dieser Mann ist trotz seiner Größe der einfache Mann aus dem Volke geblieben. Seine Rede endete mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler.

Die feierliche Flaggenhissung und der Gesang des Horst Wesselliedes beschlossen den offiziellen Eröffnungsakt, der von flotten Märschen der Standartenkapelle umrahmt wurde.

Dann richtete noch Standartenführer Wagner eine Ansprache an die SA.-Leute und brachte auf den Gauleiter ein Sieg-Heil aus. Zum Schluß wurde dem Gauleiter von Horst Wagner, dem Sohne des Standartenführers, ein Bild von der Walkemühle, das von dem SA.-Mann Deisner gezeichnet worden ist, mit einem Blumenstrauß überreicht. Mit dem Bekenntnis für Hitler, das mit dem Kampflied: „Im Hessenland marschieren wir“ zum Ausdruck kommt, klang die Feier aus.

Quelle: UB Kassel 38 ZA 2211

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Hinweise zum Lied Im Hessenland marschieren wir

Der Text resp. die Noten des damals wohl allgemein bekannten Liedes Im Hessenland marschieren wir sind im Internet (Suche am 20. 2. 2017) nicht einfach bzw. nur indirekt zu finden:

Hinweise finden sich auf einer Seite www.DeutschesLied.com bzw. im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt, HStAD Bestand R 4 Nr. 3259/1-2.

Auf einer Seite von Riscossa Europea (riscossa (ital.): Rückeroberung, Gegenangriff) mit dem Untertitel Canzoniere per la Riscossa Euopea – Liederbuch für das Europäische Erwachen werden Text und Noten präsentiert zu dem Lied S.A. marschiert - Im deutsches Land marschieren wir. Dazu gibt es die Hinweise: Musica originale di Hermann Albert von Gordon, Verlag B. Schott’s Söhne, Mainz“ bzw. „Varianti … Im Hessenland ….

Zu Hermann Albert von Gordon, der Umdichtung des Textes des sog. Argonnerwaldliedes und der Verwendung der Melodie sowohl durch die NSDAP als auch die KPD und den sog. Edelweißpiraten gibt diese Seite von Wikipedia Auskunft

Wer will, kann sich mit diesen Informationen gegebenenfalls den menschenverachtenden Text des Kampfliedes zusammenreimen!

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Eingestellt am 27. 02. 2017.