Das Bild oben zeigt das ausgebrannte Lehrgebäude. Vor dem Durchzug von amerikanischen Truppen am 1. April 1945 im Pfieffetal wurden Teile der Walkemühle von Nazis in Brand gesteckt.

Die Besetzung am 14. März 1933

An diesem Tag besetzten Polizei und SA die Walkemühle. Der Landrat von Melsungen berichtete ausführlich am gleichen Tage an den Regierungspräsidenten in Kassel und empfahl u.a. dass „… die Genehmigung zur Aufnahme von grundschulpflichtigen Kindern in der Anstalt wieder zurückgezogen wird, da zweifellos feststeht, dass die geistige Beeinflussung und Erziehung in der Walkemühle im scharfen Gegensatz zu deutschen und christlichen Grundsätzen steht. „[…] Denn wenn auch die in der Bevölkerung umgehenden Gerüchte über Waffenlager in der Walkemühle, Treffpunkt auswärtiger Kommunisten u.ä. nach dem Ergebnis zweimaliger sorgfältiger Haussuchungen nicht zutreffend sind, so bildet die Walkemühle doch einen sehr unerwünschten Unruheherd. …

Im „Handbuch des Kreises Melsungen 1934“ liest sich das dann so: „Schon lange war es bekannt, daß das internationale Erziehungsheim Walkemühle bei Adelshausen eine kommunistische Brutstätte bildete. Am 14. März erschien staatliche Polizei vor dem Heim, die die Schule mit Unterstützung von Hilfspolizei und SA. besetzte. Die einzelnen Räume der Anstalt wurden durchsucht und mehrere Aktenstücke beschlagnahmt. Nach der Durchsuchung blieb die Walkemühle besetzt. Sie dient jetzt [d.h. 1934] der NSDAP. als politische Führerschule. Die Geschäftsstelle der SA.? Standarte 173 wurde in der Walkemühle untergebracht. Die zahlreichen Räume boten in den ersten Wochen nach der nationalen Erhebung auch Unterkunftsmöglichkeit für politische Schutzhäftlinge, die zu ihrer eigenen Sicherheit gegen die Volkswut hier in Haft genommen wurden.

Minna Specht erinnerte sich 1944 folgendermaßen:

An einem Morgen im März 1933 ergriffen die Nazis von der Walkemühle Besitz. Als ich in das Zimmer zurückkehrte, von dem aus die Kinder die ungewöhnlichen Vorgänge – Uniformen, Waffen, Kommandos – beobachtet hatten, wurde ich von ihnen mit der bangen Frage empfangen: «Wohin gehen wir nun?» In dieser mißlichen Lage schossen mir verschiedene Möglichkeiten durch den Kopf, und ich sagte dann: «Ich will versuchen, in Dänemark ein neues Heim zu finden.» Mir schwebte ein unklares, aber hoffnungsvolles Bild von einem friedlichen, einfachen Land vor. Die Art, wie die Augen der Kinder aufleuchteten, gab mir das Gefühl, ihnen gegenüber im Wort zu stehen und sie nicht enttäuschen zu dürfen.

Die 22 Kinder wurden daraufhin vorsorglich zu ihren Eltern zurückgebracht. Im Herbst 1933 begann mit zehn der Kinder unter Obhut von Minna Specht, Mary Saran, Liselotte Wettig und später auch Gustav Heckmann ein „Sozialistischer Schulversuch im dänischen Exil 1933-1938“.

 

Die Kasseler Post berichtete am 1. Juli 1933 „Das Rüstzeug zum Führer bietet die Amtswalterschule in der Walkemühle“. Die Zeitung lobte die auf das „beste eingerichteten Räume“ und bemerkte dann „… eine Bibliothek, die mit 5000 Bänden ausgestattet ist. Viel zersetzendes Material, aber auch wertvolle Bücher sind da zu finden.

Zur Zeit sind in der Walkemühle noch einige Melsunger Schutzhäftlinge untergebracht. Nach ihrer Aussage haben sie über die Unterbringung und Verpflegung nicht zu klagen. Welcher Geist in dieser kommunistischen Schule herrschte, beweist die Aussage eines neunjährigen Jungen, der Standartenführer Wagner auf eine religiöse Frage antwortete, daß Gottesglaube ein Märchen und Irrwahn der Menschheit sei. […] Sämtliche Amtswalter des Gaues müssen an den Schulungskursen teilnehmen, ausgenommen die Kreisleiter und Kreisschulungsleiter, die die neugegründete Reichsführerschule in Bernau besuchen.

Siehe einen weiteren Text dazu.

 

Die Gauführerschule 

Über die Walkemühle in der die Nazizeit gibt es nur wenige, leicht zugängliche Berichte: Thomas Schattner schrieb 2008 in der Schwalm-Eder Ausgabe der Hessisch-Niedersächsischen-Allgemeinen unter der Hauptüberschrift „Vor 75 Jahren: Nazis eröffneten Funktionärsschule samt Folterkeller bei Melsungen“ zwei Artikel: „Jeden Morgen gab es Prügel. Im Keller der Mühle wurden Häftlinge gequält.“ und „Kaderschmiede in der Mühle. Ab 1. Juli 1933 schulten die Nazis ihre Funktionäre in der Walkemühle bei Melsungen.“

Misshandlungen von politischen Gefangenen durch Nazis in Walkemühle werden u.a. erwähnt in dem Buch „Das Konzentrationslager Breitenau: ein staatliches Schutzhaftlager 1933/34“ von Dietfrid Krause-Vilmar. Dieter Hoppe von der „Stolperstein-Initiative Melsungen“ hat eine Seite „Die Schutzhaftgefangenen des Konzentrationslagers Breitenau 1933/1934“ mit Hinweisen zur Walkemühle zusammengestellt.

Misshandlungen von politischen Gefangenen durch Nazis in Walkemühle werden u.a. erwähnt in dem Buch „Das Konzentrationslager Breitenau: ein staatliches Schutzhaftlager 1933/34“ von Dietfrid Krause-Vilmar.

Dieter Hoppe von der „Stolperstein-Initiative Melsungen“ hat eine SeiteDie Schutzhaftgefangenen des Konzentrationslagers Breitenau 1933/1934“ mit Hinweisen zur Walkemühle zusammengestellt. Jechiel Ogdan und Dieter Vaupel berichten von Folterungen in der Walkemühle an Bewohnern aus Spangenberg in dem Buch: „«Sie werden immer weniger!» Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Spangenberg“.

 

Die Enteignung 1934 und etliche Folgen

Am 23. Mai 1934 wurde die Philosophisch-politische Akademie (PPA) als Eigentümerin der Walkemühle zu Gunsten des Preußischen Staates enteignet. Das Nutzungsrecht wurde der NSDAP übertragen. Der Preußische Staat wurde auch Eigentümer der wertvollen, ca. 4500 Bücher umfassenden Bibliothek. Sie wurde als Leihgabe der Landesbibliothek in Kassel zur pfleglichen Aufbewahrung als eine geschlossene Bibliothek überlassen, die zur geeigneten wissenschaftlichen Verwertung zugänglich sein soll.

Das Wiedergutmachungs- bzw. Entschädigungsverfahren der PPA bzgl. der Walkemühle und insbesondere bzgl. der Bibliothek zog sich bis in die 1960-Jahre hin: Per Kabinettsbeschluss der Hessischen Landesregierung erhielt die PPA 20.000 DM Entschädigung. Ein letzter Bescheid der Oberfinanzdirektion Frankfurt erging schließlich am 7. Januar 1965.

Die Gauführerschule Walkemühle diente unterschiedlichsten Zwecken der NSDAP und ihrer angeschlossenen Organisationen; z.B. als Lehrerlager oder für Tagungen des Hessischen Geschichtsvereins. Während des Zweiten Weltkrieges fanden Wehrertüchtigungslager der HJ in der Walkemühle statt.

Im Oktober 1935 beantragte der Leiter der Gauführerschule, Standartenführer Wagner, beim Landrat von Melsungen die „Umbettung“ der Gräber von Leonard und Heinrich Nelson sowie des Helfers Erich Graupe vom Gelände der Walkemühle, da „… für die Gauführerschule und die Lehrgangsteilnehmer der dauernde Anblick dieser Gräber staatsfeindlicher, nichtarischer Toter unerträglich sei“.

Im Verzeichnis der Gräber des Jüdischen Friedhofs von Melsungen sind 1938 die Gräber von Heinrich und Leonard Nelson notiert. Die Urne von Erich Graupe wurde 1945 im Schutt auf dem Friedhof von Adelshausen gefunden und später auf den Friedhof nach Melsungen überführt.

Foto vom 12. 10. 2015; Privatbesitz.

Die Grabsteine für Heinrich und Leonard Nelson sowie das Grab für Erich Graupe auf einem umfriedeten Areal des Jüdischen Friedhofs in Melsungen, das auf dem Plan des Friedhofs unten links zu erkennen ist.

 

Die Gauführerschule wird Gauschulungsburg

Gemäß einer „Anordnung der Reichsleitung der NSDAP.“ von 1937 durfte kein Politischer Leiter „das Wort „Führer“ auch nicht in Verbindung mit einem andern Wort für sich verwenden“.

Aus ähnlichem Grunde fand sich dann auch statt der bisherigen Bezeichnung „Gauführerschule Walkemühle“ die neue Formulierung „Gauschulungsburg“, so z.B. in den Titeln der Veranstaltungen „Die Vorgeschichtstagung am 10./11. Dezember 1938 auf der Gauschulungsburg Walkemühle.

bzw. „Bericht über die volkskundliche Tagung am 17./18. Dezember 1938 auf der Gauschulungsburg Walkemühle.“

 

Die Zerstörung am 1. April 1945

Die Ende März 1945 auf Kassel vorrückende 6. US Panzerdivision [2] entdeckte am 31. März (Ostersonnabend) bei Malsfeld, ca. 30 km südlich von Kassel, über die Fulda eine nur wenig beschädigte Straßenbrücke, die innerhalb von zwölf Stunden repariert werden konnte. Ca. 2 km nordöstlich im ost-westlich verlaufenden Pfieffetal liegt die Walkemühle vor dem Dorf Adelshausen. Die Fuldabrücken im benachbarten Melsungen waren von der sich zurückziehenden Wehrmacht gesprengt worden. Am 1. April ging es „… gut voran bis nach Adelshausen, wo feindliche Artillerie mit Panzerfäusten den Vormarsch verlangsamte. Dieser Widerstand wurde sehr schnell überwunden und die Kolonne stieß bis an den westlichen Rand von Spangenberg vor. …“ Die 6. US Panzerdivision war im Juni 1944 in der Normandie gelandet und erreichte im April 1945 die Saale. Am 2. April überquerten weitere Truppenteile die Fulda bei Malsfeld: „Alle Einheiten wurden bombardiert und gerieten in Tieffliegerbeschuss durch die Luftwaffe. Es war tatsächlich der stärkste feindliche Luftangriff im gesamten Vormarsch der Division.

Nach mündlichen, deutschen Berichten steckten Hitlerjungen die westlichen Teile der Walkemühle, insbesondere das Lehrgebäude und die alte Mühle, in Brand, in der Absicht den Vormarsch der Amerikaner damit „aufzuhalten“ Das Akademiegebäude erhielt einige Artillerietreffer durch amerikanische Panzer. Das Dach, der Bibliothekssaal und ein großes Zimmer wurden stark beschädigt.

Foto Juni 1935, Privatbesitz.

Vorher: 1935:

Deutlich erkennbar in der Mitte ist der neugebaute Verbindungstrakt rechts des Lehrgebäudes.

Foto Juli 1945, Privatbesitz.

Nachher: 1945:

Beim Durchzug von amerikanischen Truppen am 1. April 1945 im Pfieffetal von Malsfeld kommend wurden die westlichen Teile der Walkemühle von Nazis in Brand gesteckt

Weitere Fotos sind hier zu sehen.

Foto Juli 1945, Privatbesitz.

Literaturangaben








HStAM 180 Melsungen 3729, Blatt 6-8


Kreis Melsungen 1934









Specht, in: Feidel-Mertz 1983, S. 93; auch in Nielsen 1985, S. 45
Hansen-Schaberg 1992, S. 69, Fn. 248




Nielsen 1985



Kasseler Post, 1. 7. 1933, in: HStAM 180 Melsungen 3729 Blatt 71





















Das Konzentrationslager Breitenau. Zur Geschichte eines staatlichen Schutzhaftlagers 1933/1934. Marburg 1998. 2. Aufl. 2000.



Ogdan S. 65











HStAM 180 Melsungen 3729, Blatt 232
HHStAW 518 4511, Blatt 60-63

HHStAW 518 4511, Blatt 64-66


Kraas S. 238




Giesselmann 1997, S. 99 ff.
HStAM, 180 Melsungen 3729, Blatt 265

Giesselmann 1997, S. 99 ff.






















































Kurhessische Erzieher, 81, 1937, S. 567
Kurhessische Erzieher, 83, 1939, S. 10 ff.
Kurhessische Erzieher, 83, 1939, S. 58 ff.



Krause-Vilmar





www.super6th.org/CCB/ccb_history.pdf
, page 82

Hofmann 1975, p. 377


... siehe unter „Bilder“ die Seite Die Ruine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literatur

Adant, Philippe
Widerstand und Wagemut. René Bertholet – eine Biographie.
Frankfurt a.M.: dipa-Verlag 1996 ISBN 3-7638-0372-6

Becker, Hellmut;  Willi Eichler und Gustav Heckmann (Hrsg.)
Erziehung und Politik. Minna Specht zu ihrem 80. Geburtstag.
Frankfurt a.M.: Verlag Öffentliches Leben 1960.


Behrens-Cobet, Heidi
Herrschaft der Vernünftigen und Rechtsliebenden.
Das Erwachsenbildungsexperiment des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes.
In: Ciupke 1996, S. 15-27.


Bergmann, Waltari und Heinrich Schulz
Adelshausen 1209-1959.
Heimatgeschichte eines niederhessischen Dorfes.
Adelshausen: Gemeindeverwaltung 1959.

Bertholet, Hanna
Gedanken über die Walkemühle. 
In: Becker: Erziehung und Politik, S. 269-286.

Beyer, Anna
Die Walkemühle berichtet.
Wiesbaden: Hessisches Hauptstaatsarchiv. [1948] Nachlass Anna Beyer 1213 31

Ciupke, Paul und Franz-Josef Jelich (Hrsg.)
Soziale Bewegung, Gemeinschaftsbildung und pädagogische Institutionalisierung.
Essen: Klartext Verlag, 1996. ISBN 3-88474-520-4.

Eberhard, Fritz [Mitverf.]
Erinnerung an Minna Specht. 
Veranstaltung in Hannover am 19. Januar 1980 aus Anlass ihres 100. Geburtstages am 22. Dezember 1979.
Frankfurt a.M.: Philosophisch-Politische Akademie [1980].

Feidel-Mertz, Hildegard (Hrsg.)
Schulen im Exil: die verdrängte Pädagogik nach 1933
Reinbek bei Hamburg : Rowohlt 1983. ISBN 3-499-17789-7.


Feidel-Mertz, Hildegard
Die Walkemühle nach 1945.
In: Ciupke 1996, S. 29-36.


Fischer, Ilse
Der Bestand Leonard Nelson im Archiv der sozialen Demokratie.

Bonn: Archiv der sozialen Demokratie 1999. ISBN 3-86077-805-6

Gesellschaft der Freunde der philosophisch-politischen Akademie e.V. (Hrsg.)
Nachruf auf Leonard Nelson.
Walkemühle: Gesellschaft der Freunde der philosophisch-politischen Akademie e.V, ohne Jahr [Dezember 1928], [12 Seiten].

Giesselmann, Rudolf
Die Walkemühle in Nordhessen.

Erkundungen der deutschen Zeitgeschichte, zentriert in einem regionalen Brennpunkt.
Wissenschaftliche Hausarbeit eingereicht zur ersten Staatsprüfung für das Lehramt an beruflichen Schulen gewerblich-technischer Fachrichtung.
Kassel: Gesamthochschule Kassel 1976.

Giesselmann, Rudolf
Geschichten von der Walkemühle bei Melsungen in Nordhessen.
Wirkungsfeld von Minna Specht, Leonard Nelson, IJB und ISK.
Bad Homburg: Zwiebel-Verlag 1997. ISBN 3-9805120-1-0
Diese Fassung als Digitalisat (pdf) ist paginiert; daher richten sich Seitenangaben nach dieser Fassung.
Ein zweites Digitalisat (html).

Goosmann, Paul
Erinnerungen eines Bremer Reformpädagogen.
Fischerhude: Atelier im Bauernhaus [1991]. ISBN 3-88-132-075-X

Haas-Rietschel, Helga und Sabine Hering
Nora Platiel: Sozialistin ? Emigrantin ? Politikerin.
Köln: Bund-Verlag 1990. ISBN 3-7663-2127-7

Heckmann, Gustav
Der Erzieher Minna Specht.
In: Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung, 13, (8) 1961, S. 120-122.

Hansen-Schaberg, Inge
Minna Specht - Eine Sozialistin in der Landerziehungsheimbewegung (1918 bis 1951).
Untersuchung zur pädagogischen Biographie einer Reformpädagogin.
Frankfurt a.M.: Peter Lang 1992. ISBN 3-631-44250-5

Hofmann, George F.
The SuperSixth. The History of the 6th Armored Division in World War II.
Louisville (Kentucky): Sixth Armored Division Association 1975.

Kägi-Fuchsmann, Regina
Das gute Herz genügt nicht. Mein Leben und meine Arbeit.
Zürich: Verlag Ex Libris 1968.

Kamp, Johannes-Martin
Kinderrepubliken ? Geschichte, Praxis und Theorie radikaler Selbstregierung in Kinder- und Jugendheimen.

Opladen: Leske und Budrich 1995. ISBN 3-8100-1357-9
Zweite Auflage als Digitalisat (pdf) © 2006 by Martin Kamp


Klär, Karl-Heinz
Zwei Nelson-Bünde:
Internationaler Jugend-Bund (IJB) und Internationaler Sozialistischer Kampf-Bund (ISK) im Licht neuer Quellen.

In: Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, 18 (3) 1982, S. 310 – 360.


Kraas, Andreas
Lehrerlager 1932-1945. Politische Funktion und pädagogische Gestaltung.
Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2006. ISBN 3-7815-1347-5

Krause-Vilmar, Dietfrid
Das Konzentrationslager Breitenau: ein staatliches Schutzhaftlager 1933/34.
Marburg: Schüren 2000, ISBN 3-89472-158-8
Digitalisat (pdf)
 

Kreis Melsungen (Hrsg.)
Handbuch 1934.
Melsungen: Bernecker 1934. Ohne Paginierung.

Lindner, Heiner
Um etwas zu erreichen, muss man sich etwas vornehmen, von dem man glaubt, dass es unmöglich sei.

Der Internationale Sozialistische Kampfbund (ISK) und seine Publikationen
Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, Historisches Forschungszentrum 2006. ISBN 3-89892-450-5
Digitalisat (html)

Link, Werner
Die Geschichte des Internationalen Jugend-Bundes (IJB) und des Internationalen Sozialistischen Kampf-Bundes (ISK).
Ein Beitrag zur Geschichte der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik und im Dritten Reich.
Meisenheim am Glan: Anton Hain 1964.

Mayr, Max
Auszug aus dem Melderegister der Gemeinde Adelshausen; 1962.
Bonn: Archiv der sozialen Demokratie. Nachlass Minna Specht, 1/MSAE 000067.

Meyer, Heinrich
Wiedersehen mit der Walkemühle am 15. Mai 1945; 1967.
Bonn: Archiv der sozialen Demokratie. Nachlass Minna Specht, 1/MSAE 000087.

Miller, Susanne
Rede zur Erinnerung an Minna Specht.
In: Eberhardt, 1980, S. 19-29.

Nelson, Leonard [1926]
Über das Landerziehungsheim Walkemühle.
In: Die Tat. Monatsschrift für die Zukunft deutscher Kultur, 17 (11) 1926, S. 869.

Nelson, Leonard [1938]
Ein Bild seines Lebens und Wirkens.
Aus seinen Werken zusammengefügt und erläutert von Willi Eichler und Martin Hart.
Paris: Editions nouvelles internationales, 1938.
Darin: Über das Landerziehungsheim Walkemühle. S. 405 - 406.
 

Nelson, Leonard [1971]
Gesammelte Schriften in neun Bänden.

Band 8: Sittlichkeit und Bildung.
Hamburg: Felix Meiner 1971. ISBN 3-7873-0227-1
Darin: Über das Landerziehungsheim Walkemühle. S. 575 - 578.

Nielsen, Birgit S.
Erziehung zum Selbstvertrauen.
Ein sozialistischer Schulversuch im dänischen Exil 1933 - 1938.
Wuppertal: Hammer 1985. ISBN 3-87294-265-4
 

Ogdan, Jechiel und Dieter Vaupel
Sie werden immer weniger!
die Geschichte der jüdischen Gemeinde Spangenberg.
Ringgau: Gajewski 2004. ISBN 3-930342-19-7
 

Pochon, Charles F.
René Bertholet (1907 - 1969).
In: Cahiers d'histoire du mouvement ouvrier, vol. 11-12, 1995 - 1996, p. 140 - 146.
Digitalisat (pdf)

Rode, Berta
Über die Walkemühle.
In: Gesellschaft der Freunde der philosophisch-politischen Akademie e.V.. [1928], S. [5] - [7].

Rüther, Martin und Uwe Schütz, Otto Dann (Hrsg.)
Deutschland im ersten Nachkriegsjahr.
Berichte von Mitgliedern des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK) aus dem besetzten Deutschland 1945/46.
München: K.G. Saur 1998, ISBN 3-598-11349-8

Schaper, Else
Die Geschichte unseres Kindes.
Kassel, Waldkappel, Walkemühle: handschriftliche Aufzeichnungen, [1940 - 1973], 84 Seiten.

Schaper, Willi
Lebenserinnerungen.
Kassel: unveröffentlichtes Typoskript, [1992], 125 Seiten.

Schattner, Thomas
Kaderschmiede in der Mühle.
Ab 1. Juli 1933 schulten die Nazis ihre Funktionäre in der Walkemühle bei Melsungen.

Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, 30. 6. 2008, Ausgabe Schwalm-Eder.
Digitalisat (pdf)

Schattner, Thomas
Jeden Morgen gab es Prügel. Im Keller der Mühle wurden Häftlinge gequält.
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, 30. 6. 2008, Ausgabe Schwalm-Eder.
Digitalisat (pdf)

Schiemann, Heinrich
Verwandtschaft und Freundschaft.
In: Becker, S. 356 - 366.

Schmidt, Jürgen
Melsungen – Die Geschichte einer Stadt.
Melsungen: Magistrat der Stadt Melsungen 1978.
 

Specht, Minna
Education for Confidence. / Erziehung zum Selbstvertrauen.
Englischer Text Education for Confidence in: Specht: Gesinnungswandel, S. 56 - 67.
Deutsche Übersetzung in: Feidel-Mertz: Schulen im Exil, S. 92 - 103.

Specht, Minna
Gesinnungswandel.
Frankfurt a.M.: Peter Lang 2005, ISBN 3-631-53062-5
 

Specht, Minna und Willi Eichler (Hrsg.)
Leonard Nelson zum Gedächtnis.
Frankfurt a.M. und Göttingen: Verlag Öffentliches Leben, 1953.
 

Walter, Nora
Langweilig war es nicht, mein Leben.
Empelde: unveröffentlichtes Typoskript, [2000]. 144 Seiten und Anhänge.

Wunder, Bernd
Im Kampf gegen die autoritäre Schule - der Reformpädagoge Ludwig Wunder (1878 - 1949):
ein Vertreter der Landerziehungsheimbewegung zwischen H. Lietz, G. Kerschensteiner und L. Nelson.
Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2008, ISBN 978-3-8300-3465-0
 

Ziechmann, Jürgen
Theorie und Praxis der Erziehung bei Leonard Nelson und seinem Bund.
Bad Heilbrunn: Klinkhardt 1970.
 

Nachlässe / Archive

Der Nachlass Minna Specht im Archiv der sozialen Demokratie hat einen Bestand von 1,60 lfm und eine Laufzeit von 1915 bis 1976; er umfasst:
„Korrespondenz (u.a. an und von Leonard Nelson); Unterlagen u.a betr. Jugendzeit, Internationaler Jugendbund, Internationaler Sozialistischer Kampfbund, Landerziehungsheim Walkemühle, Emigration (u.a. German Educational Reconstruction), Odenwaldschule; Manuskripte, Rede- und Diskussionsnotizen, Fotoalben; Erinnerungen Dritter an Nelson, Specht und Walkemühle.“

Eine Auswahl benutzter Ordner des Nachlasses Minna Specht:
1/MSAE000036:
Korrespondenz: Briefe an und von Willi Eichler

1/MSAE000070:
Pädagogische und schulpolitische Tätigkeit; Landerziehungsheim Walkemühle Entwicklung nach 1945; Entschädigungsangelegenheit

1/MSAE000073:
Aus dem Leben des Schullandheims Östrupgaard

1/ MSAE000087:
Pädagogische und schulpolitische Tätigkeit; Rückblicke von Schülern, Lehrern und Freunden; Umfrage zur Walkemühle 1973, Erinnerungen auf dem Nelson-Symposion 1976


Im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden befindet sich der Nachlass von Anna Beyer. Er umfasst insgesamt 10 lfm Regalmeter; die Laufzeit ist 1945 bis 1991.
„Bestandsgeschichte:
Nach dem Tod A. Beyers am 15. Mai 1991 gelangte ihr schriftlicher Nachlass - ihr 'Archivmaterial', wie sie selbst das Schriftgut bezeichnete - entsprechend einer testamentarischen Verfügung als Zugang 107/1991 an das Hauptstaatsarchiv (jetzt Abt. 1213).“

Eine Auswahl benutzter Ordner aus dem Nachlass Anna Beyer:

HHStAW Bestand 1213 Nr. 26
Betrieb des Schul- und Erholungsheims Walkemühle bei Melsungen (Helferschule der "Falken"),
Band 2, Laufzeit 1947-1948

HHStAW Bestand 1213 Nr. 27
Betrieb des Schul- und Erholungsheims Walkemühle bei Melsungen (Helferschule der "Falken"),
Korrespondenz: A-O, Laufzeit 1947-1949

HHStAW Bestand 1213 Nr. 28
Betrieb des Schul- und Erholungsheims Walkemühle bei Melsungen (Helferschule der "Falken"),
Korrespondenz: P-Z, Laufzeit 1945-1949

HHStAW Bestand 1213 Nr. 29
Korrespondenz mit den Eltern von Berliner Ferienkindern im Erholungsheim Walkemühle
Laufzeit 1949-1950

HHStAW Bestand 1213 Nr. 31
Betrieb des Schul- und Erholungsheims Walkemühle bei Melsungen (Helferschule der "Falken"),
Band 1, Laufzeit (1928) 1947-1950

Siehe auch das Findbuch im Meta-Archiv für Erwachsenenbildung.

Im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden befinden sich Akten bzgl. des Wiedergutmachungsverfahrens der Philosophisch-Politischen-Akademie wegen der Enteignung der Walkemühle und dem Verlust der dortigen Bibliothek:
HHStAW 518 4511
HHStAW 519 A 554/3

Im Hessischen Staatsarchiv Marburg befinden sich wichtige, teils umfangreiche Akten zum Thema Walkemühle; z.B.:
HStAM, 166, 6437
Erziehungsheim Walkemühle, Kreis Melsungen, 1924-1934.

Nach dem aktuellen Suchsystem der Hessischen Staatsarchive hat diese Akte die Signatur HStAM, 166, 6437.
Bei Giesselmann und Ziechmann wird die Akte folgendermaßen zitiert:
Sonderakten des Regierungspräsidenten zu Kassel betr. das Erziehungsheim Walkemühle, Kreis Melsungen, Band I (1924 - 1934) im Staatsarchiv Marburg, Bestand 166/6437.

HStAM, 180 Melsungen, 2405
Örtliche politische Bewegungen, 1930

HStAM, 180 Melsungen, 3729
Landerziehungsheim Walkenmühle [Walkemühle], 1932-1937.

„Enthält: Schließung des Heims wegen kommunistischer Tendenz sowie Beschlagnahme der Mühle für die Neueinrichtung als Führerschule“; durchgehend nummeriert.

HStAM, 223, 32
[Verhandlungen über die beschlagnahmte] Bibliothek der „Philosophisch- Politischen Akademie der Walkemühle“ bei Melsungen, 1934 – 1950.

HStAM, 330 Melsungen, B 2434
Durchführung von Aufräumungsarbeiten in Schulgebäuden sowie bei der Walkemühle durch ehemalige Angehörige der HJ, 1945 – 1945.

Weblinks

Geschichten von der Walkemühle von Rudolf Giesselmann

Zur Geschichte des Landerziehungsheim Walkemühle. von Rudolf Giesselmann (PDF)

Das Landerziehungsheim Walkemühle beim Archiv der sozialen Demokratie

Die Walkemühle bei der Stolperstein-Initiative-Melsungen 

Überblick über die Geschichte der Walkemühle beim Geschichtsverein-Melsungen

Literatur von und über Minna Specht im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Der Internationale Sozialistische Kampfbund und seine Publikationen von Heiner Lindner

Zum ISK-Aktenbestand beim Archiv der Sozialen Demokratie 

Bei Eingabe des Suchworts „Walkemühle“ auf dieser Seite der Friedrich-Ebert-Stiftung werden 137 Miniaturansichten zu Fotos zum Stichwort Walkemühle aufgelistet, (Stand 23. 2. 2016).
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