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Die Bewohner der Walkemühle Lehrer, Schüler und Helfer

Die folgenden Angaben bzgl. der Aufenthaltszeiten von Bewohnern in der Walkemühle stammen aus dem Auszug aus dem Melderegister der Gemeinde Adelshausen, Kreis Melsungen, über die von 1921 bis 1933 für die Walkemühle gemeldeten Personen, das 1962 von Max Mayr erstellt wurde. In dem Verzeichnis sind Namen von 193 Personen angeführt. Mayr war lange Jahre als Häftling im KZ Buchenwald sog. Kommandiertenschreiber und bemerkte zu diesem Melderegisterauszug:

Immerhin hatte es uns schon immer gewundert, dass die Gestapo s.Zt. offenbar keinen Gebrauch davon gemacht hat, sonst wären doch viele Prozesse gegen unsere Freunde ganz gewiss kompletter gewesen und anders verlaufen.

Im März 1933 waren noch 36 Personen in der Walkemühle gemeldet, darunter 22 Kinder. Von den bei Wikipedia erwähnten ISK-Mitgliedern, waren viele auch zu Kursen in der Walkemühle, ohne im Einwohnermeldeverzeichnis extra eingetragen worden zu sein. So kommt z.B. Leonard Nelson in diesem Melderegisterauszug nicht vor.

Mit den seiner Zeit benutzten Bezeichnungen werden hier ausgewählte Bewohner aufgeführt als Schüler, Helfer oder Lehrer.

Schüler waren einerseits schulpflichtige Kinder, teilweise noch im Kindergartenalter; andererseits erwachsene Berufstätige. Erwachsene Schüler mussten ebenso wie die Helfer über aktive politische Erfahrungen verfügen, etwa in Gewerkschaften, im Arbeiter-Abstinenten-Bund oder im Freidenkerverband, bevor sie ausgewählt von lokalen Gruppen des ISK in die Walkemühle kommen konnten mit dem Ziel später als Funktionäre des ISK zu arbeiten.

Helfer waren ausgebildete ArbeiterInnen bzw. HandwerkerInnen, meist Schlosser, Schreiner oder Köchinnen, die, ohne Lohn zu erhalten, in den Werkstätten bzw. der Küche der Walkemühle für den Eigenbedarf des Landerziehungsheims arbeiteten, aber insbesondere auch den Schülern handwerkliche Grundfertigkeiten beibrachten; manche Helfer nahmen zeitweise zusätzlich an Kursen für die erwachsenen Schüler teil.

In der folgenden Liste sind neben den Meldezeiten in der Walkemühle noch wenige Angaben über spätere politische bzw. berufliche Betätigung angeführt. Hinweise zu Emmigration resp. zu Verfolgung während der Nazi-Zeit fehlen auf diesen Seiten. Zu einigen der Genannten gibt es Biografien, deren bibliografische Daten über den jeweiligen Link bei WorldCat leicht erhältlich sind. Durch Eingabe des betrachteten Namens sind ebenfalls zusätzliche Informationen zu finden. Zu fast allen der nun Genannten finden sich auch bei Rüther, S. 551 – 630, teilweise sehr ausführliche biografische Hinweise.

In der offizielen Geschichte der Stadt Melsungen wird auf Seite 233 behauptet:

Obwohl die Bewohner [der Walkemühle am 14. März 1933] sich bei der Machübernahme schnellstens entfernten, wird das Anwesen durch SA und Hilfspolizei erstürmt, besetzt, durchsucht und in Besitz genommen. Da man der Bewohner nicht mehr habhaft werden kann, vergreift man sich an den Toten.

Die in der folgenden Liste fett markierten An- und Abmeldedaten beweisen das Gegenteil von "schneller Entfernung" und "nicht mehr Habhaftmachung".

Lehrer

Fritz Eberhard, geb. Hellmuth Freiherr von Rauschenplat
18.11.1924–22.6.1925, 12.10.1925–9.5.1933.
1948–1949 Mitglied des parlamentarischen Rates, 1949–1958 Intendant des Süddeutschen Rundfunks. Siehe auch diese Seite bei der Philosophisch-Politischen-Akademie.
Biographie: Rückblicke auf Biographie und Werk.

Willi Eichler
14.6.1922–12.6.1923.
1947–1968 Vorstandsmitglied der SPD, Mitglied des Landtages NRW, des Deutschen Bundestages und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates bis 1953. Siehe auch diese Seite bei der Philosophisch-Politischen-Akademie.
Biographie: Ethischer Sozialismus und soziale Demokratie der politische Weg Willi Eichlers vom ISK zur SPD.

Paul Goosmann
10.10.1926–13.6.1927.
1945 – 1974 Professor für Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Bremen, später Universität Bremen. Siehe auch diese Seite bei der Philosophisch-Politischen-Akademie.
Autobiographie: Erinnerungen eines Bremer Reformpädagogen.

Gustav Heckmann
9.10.1927–3.5.1933.
1946 – 1982 Professor für Philosophie und Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Hannover. Siehe auch diese Seit bei der Philosophisch-Politischen-Akademie.
Biographie: Vernunft, Ethik, Politik Gustav Heckmann zum 85. Geburtstag.

Grete Henry-Hermann
6.11.1927–3.5.1928, 24.3.1933–20.4.1933.
1950–1966 Professorin für Philosophie und Physik an der Pädagogischen Hochschule Bremen
Siehe auch diese Seite bei der Philosophisch-Politischen-Akademie.

Hans Lewinski
8.5.1932–21.3.1933.
Rüther, S. 599.

Julie Pohlmann
1.3.1923–19.4.1933
Rüther, S. 609.

Minna Specht
5.11.1923–19.4.1933.
1946–1951 Leiterin der Odenwaldschule, ab 1952 Mitarbeiterin im UNESCO-Institut für Pädagogik in Hamburg und im Exekutivausschuss der deutschen UNESCO-Kommission. Siehe auch die Seite bei der Philosophisch-Politischen-Akademie bzw. die Seite beim Archiv der sozialen Demokratie.
Biographie: Minna Specht Eine Sozialistin in der Landerziehungsheimbewegung (1918 bis 1951).

Liselotte Wettig
8.12.1927–24.3.1933.
Autorin von: Das Problem der Strafe in der Erziehung.

Ludwig Wunder
15.5.1921 – 29.12.1924.
Nach 1945 kurzzeitig kommissarischer Bürgermeisters von Michelbach.
Biographie: Im Kampf gegen die autoritäre Schule - der Reformpädagoge Ludwig Wunder (1878-1949).

Schüler

Hermann Beermann
29.2.1928–18.11.1929.
1962 – 1969 stellvertretender Vorsitzender des DGB.
Siehe diese Seite bei der Philosophisch-Politischen-Akademie bzw.die Seite im Archiv der sozialen Demokratie.

René Bertholet
2.6.1928–27.3.1929, 17.5.1930–29.3.1931.
Nach 1944 Mitarbeiter bzw. Leiter des Schweizerischen Arbeiterhilfswerkes und 1950 Gründer von Genossenschaften in Brasilien. Siehe diese Seite bei der Philosophisch-Politischen-Akademie bzw. diese Seite beim Historischen Lexikon der Schweiz.
Biographie: René Bertholet (1907-1969). In: Cahiers d'histoire du mouvement ouvrier. Vol.11-12 p. 140-146, 1995-1996. (Digitalisat)

Alexander Dehms
24.5.1924–10.9.1927.
1951–1967 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, 1975 Stadtältester von Berlin.
Siehe auch diese Seite bei der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Grete Eichenberg
11.5.1931–27.11.1931.
Stadtverordnete in Kassel und später dort lange Jahre ehrenamtliche Stadträtin.
Rüther, S. 554.

Allan Flanders
23.7.1929–30.3.1930, 16.5.1930–13.10.1930, 3.5.193 –2.12.1931.
1949 Senior Lecturer in Industrial Relations in Oxford, 1964 Fellow Nuffield College Oxford.

Hanna Fortmüller/Bertholet
25.5.1930–29.3.1931.
Leiterin der Verlage Öffentliches Leben und Europäische Verlagsanstalt.
Siehe auch diese Seite bei der Philosophisch-Politischen-Akademie.
Rüther, S. 552.

Wilhelm Fuhrmann
17.6.1929–30.3.1930.
Dezember 1943 bis Dezember 1945 US-Soldat im Pazifikkrieg, später Gewerkschaftssekretär in New York.
Rüther, S. 578.

Werner Hansen geb. Wilhelm Heidorn
12.11.1928–26.3.1929.
1947 – 1956 Vorsitzender des DGB-Bezirks Nordrhein-Westfalen und bis 1969 Mitglied des DGB-Bundesvorstandes.
Biographie: Werner Hansen (1905–1972) (pdf).

Mascha Oettli
26.4.1928–7.3.1929, 1.8.1930–7.4.1931.
1952 – 1970 Zentralsekretärin der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz.
Siehe auch diese Seite bei der Philosophisch-Politischen-Akademie.

Nora Platiel geb. Eleonore Block
27.7.1925–8.9.1925.
1951 Landgerichtsdirektorin in Kassel, 1954–1966 Mitglied des Hessischen Landtags, 1960–1966 Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag.
Siehe auch diese Seite bei der Philosophisch-Politischen-Akademie, diese Seite in der Hessischen Biografie. bzw. diese Seite bei, Stadtportal Kassel.
Biographie: Sozialistin - Emigrantin - Politikerin.

Willi Schaper
25.7.1927-22.3.1930.
Treuhänder des ISK für den Wiederaufbau der Walkemühle 1945–1949.
Rüther, S. 616.

Hellmut Schmalz
20.4.1925–27.4.1925.
1959–1968 Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft.

Nora Walter
2.5.1932–21.3.1933.
1982–2001 Zweite Vorsitzende der Philosophisch-Politischen Akademie.
Siehe diese Seite bei der Philosophisch-Politischen-Akademie bzw. die Seite im Archiv der sozialen Demokratie.

Willi Warnke
1.6.1931–19.4.1933.
1946–1972 Stadtverordneter in Kassel, 1967–1972 stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher, 1972 Stadtältester von Kassel.
Rüther, S. 627.

Aus diesen Texten wurde auf dieser Seite zitiert:

Mayr, Max
Auszug aus dem Melderegister der Gemeinde Adelshausen; 1962.
Bonn: Archiv der sozialen Demokratie.Nachlass Minna Specht, 1/MSAE 000067.

Rüther, Martin; Uwe Schütz, Otto Dann [Hrsg.]
Deutschland im ersten Nachkriegsjahr.
Berichte von Mitgliedern des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK) aus dem besetzten Deutschland 1945/46.
München: K.G. Saur 1998, ISBN 3-598-11349-8.

Schmidt, Jürgen
Melsungen – Die Geschichte einer Stadt.
Melsungen: Magistrat der Stadt Melsungen, 1978.

Gedenkschrift für Leonard Nelson

Zu Ehren von Leonard Nelson gab die Gesellschaft der Freunde der philosophisch-politischen Akademie e.V. (GFA) im Dezember 1928 eine 12-seitige Broschüre heraus.

Mit einem Appell endet darin die kurze Einleitung; sie ist unterschrieben von dem Vorstand der Gesellschaft; d.h. von

Wir wenden uns an alle, die, unbeschadet einzelner Abweichungen in der philosophischen und sozialen Auffassung, überzeugt sind von der Bedeutung der Persönlichkeit und des Werkes Leonard Nelsons für die Zukunft unserer Kultur, Staatsordnung und Wirtschaft. Wir bitten auch Sie, dieses große Werk der Erziehung nach Ihren Kräften materiell und ideell unterstützen zu wollen, indem Sie in den Kreis der «Freunde der philosophisch-politischen Akademie» mit einem Jahresbeitrage von mindestens 20 Goldmark eintreten. Sie werden dadurch nicht nur an der Erhaltung und dem Ausbau eines erzieherischen Kulturwerks mitwirken, das Bewunderung verdient; sondern Sie werden darüber hinaus dazu helfen, das Andenken eines wahrhaft großen Menschen zu ehren, eines Mannes, dessen volle Bedeutung erst die Zukunft erkennen wird.

Die Broschüre enthält den Aufsatz von Berta Rode „Über die Walkemühle“. Im Kontext des führerschaftlich geführten ISK und der GFA ist dieser Text als authentische, programmatische Schrift zu beurteilen, der zentrale Aspekte der Erziehungs- und Organisationsprinzipien des ISK thematisiert.

Über die Walkemühle

Die Philosophie Leonard Nelsons ist gegründet auf das Selbstvertrauen der Vernunft: auf das Vertrauen des Menschen in seine Erkenntnis, und auf das Vertrauen in die Kraft der menschlichen Natur, sich nach dieser Erkenntnis zu richten. Es wird dem Menschen hier etwas zugetraut: selber die Wahrheit erkennen zu können, und es wird ihm zugleich etwas zugemutet: nach der erkannten Wahrheit zu handeln.
In jedem Menschen schlummert ursprünglich dieser Geist des Selbstvertrauens. In der Hand des Erziehers liegt es, ihn zu töten oder ihn zu wecken. Der zu Erziehende hat ein Recht darauf, daß dieser Geist in ihm geweckt und nicht getötet wird. Diesen Geist zu wecken und den Weg frei zu halten, daß das Selbstvertrauen sich auch betätigen kann, das ist die Aufgabe des Landerziehungsheims Walkemühle, der internationalen Schule, die Nelson im Jahre 1922 in der Nähe von Kassel gegründet hat.
In einer autoritätslosen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft sind hier die Lernenden – Arbeiterkinder, junge Arbeiter und Arbeiterinnen – mit ihren Erziehern vereinigt. Wie werden Unterricht und Lehensgemeinschaft ihrer Aufgabe gerecht?
Der Unterricht der Kinder dadurch, daß die Erzieher mit den Kindern einen Stoff behandeln, den der kindliche Geist bewältigen kann, und dadurch, daß dieser Stoff von den Kindern selbständig erarbeitet wird. Es fehlt in diesem Unterricht jeder tote Gedächtniskram. Die Kinder lernen an der Natur, die sie in reicher Fülle umgibt. Sie werden vertraut mit den Vögeln und den Pflanzen ihrer Umgebung und schulen ihre praktischen Anlagen im Werkunterricht. Im Verkehr mit den Kindern des nahegelegenen Dorfes lernen sie deren Lebensweise kennen. Indem sie an den praktischen Arbeiten der Erwachsenen sich beteiligen, soweit es ihre Kräfte zulassen, und indem sie ihre Rechte ihnen gegenüber vertreten lernen, gewinnen sie ein selbständiges Verhältnis zu dem Leben in einer Gemeinschaft.
Doch der Lehrstoff ist es nicht so sehr, was die Erziehung in der Walkemühle von der anderer guter Schulen unterscheidet. Sondern der weit bedeutsamere Unterschied liegt darin, daß die Kinder alles, was sie studieren, selber beobachten und danach, gestützt auf ihre eigenen Kräfte, gestalten und verarbeiten, Worauf alles ankommt, ist das Zurücktreten des Lehrerurteils, das unbefangene Sichervordrängen der kindlichen Gedanken- und Gefühlswelt, die sich dann entfaltet und schult an der Eroberung der Umwelt. Die Hauptaufgabe des Erziehers wird hier, über der Auswahl der Aufgaben zu wachen, die Umgebung schön zu gestalten und selber sittlich zu leben.
In ähnlicher Weise, natürlich mit entsprechend anderem Stoff, geht der Unterricht der erwachsenen Schüler vor sich. An Stelle des anderswo üblichen Vortrags tritt das selbständige Studium und die Aussprache nach sokratischer Methode, die den Schüler zwingt, seine eigenen Gedanken zu verfolgen, und die ihm zugleich die Möglichkeit gibt, gemeinsam mit den Kameraden die richtige Überzeugung zu suchen und zu finden. In einem solchen Unterricht brechen Phrasen und Angelerntes unter der freien Kritik und dem eigenen besonnenen Urteil zusammen. Aber es gilt, eine harte Arbeit zu leisten, ehe die durcheinander schwirrenden Gedanken geordnete wissenschaftliche Wege einschlagen, Die Naturwissenschaften sind eine gute Vorschule dafür. Naturwissenschaftliche Fragen stehen darum am Eingang der wissenschaftlichen Arbeit und werden erst, nachdem der Schüler einige Sicherheit im selbständigen Denken gewonnen hat, von schwierigeren Fragen aus der Volkswirtschaftslehre, der Geschichte oder der Philosophie abgelöst.
Mindestens ebenso zurückhaltend wie bei den Kindern muß der Lehrer hier mit dem eigenen Urteil sein. Denn durch den Gedächtnisdrill der heute üblichen Erziehung ist den Erwachsenen die Unabhängigkeit des Denkens bereits verloren gegangen, während es bei dem Kinde nur gilt, diese Unabhängigkeit zu erhalten und zu festigen.
Und die Lebensgemeinschaft?
Weil alle Lehrer und Schüler in der Walkemühle sich darin einig sind, daß sie bei hinreichender Anstrengung durch ihr wissenschaftliches Arbeiten nicht nur die Wahrheit finden können, sondern daß ihre Kraft auch ausreicht, der Wahrheit gemäß zu handeln, darum vereinigt die Lehrenden und Lernenden in dieser Schule nicht nur eine geistige Gemeinschaft, sondern zugleich eine Gemeinschaft der Tat, die darin besteht, das eigene Leben nach den erarbeiteten Erkenntnissen zu gestalten. Selber Verantwortung zu übernehmen und sich nicht einfach gängeln zu lassen von Meinungen, Sitten, Gewohnheiten oder auch von äußeren Gewalten, das ist in der Tat das Ziel und der Erfolg dieser Art von Erziehung. Kein Fleisch mehr zu essen, weil es auch ein Recht der Tiere gibt; die Kirche zu bekämpfen, weil sie das Recht des Menschen, zu einem selbständigen geistigen Leben zu erwachen, mit Füßen tritt; also gegen die Ausbeutung jeglicher Art die Kräfte anzuspannen, das ergibt sich für den in dieser Weise Erzogenen als eine unabweisbare Forderung.
Die heute herrschende Meinung geht dahin, daß eine Erziehung zur Verantwortung nur in einer demokratisch organisierten Gemeinschaft aufgebaut werden könnte. Und doch beruht diese Meinung auf einem Irrtum. Man verkennt dabei, daß das Verantwortungsgefühl sich da nicht entwickeln kann, wo der zu Erziehende nicht die Möglichkeit hat, zu tun, was er für richtig hält. Wie kann ich Verantwortung übernehmen für ein Geschehen, das gar nicht von meiner Einsicht, sondern vom Willen der Gemeinschaft abhängt? Und man verkennt ferner, daß auch die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, nicht genügt, wenn der zu Erziehende sich an Aufgaben begibt, denen er nicht gewachsen ist und an denen er dann meist entweder verzagt oder die ihn, falls er sie dennoch wagt, zur Verantwortungslosigkeit verführen. Wer aber soll die Aufgaben mit ihm auswählen? Wie soll er sich schulen, Verantwortung zu übernehmen? In vernünftiger Weise kann dieses schwere Amt nur in einer führerschaftlichen Organisation geübt werden, d.h. in einer Gemeinschaft, die klar erkennen läßt, wer die Verantwortung trägt, welche Anforderungen das Amt seinem Verwalter auferlegt und wie Erfolge und Mißerfolge verwertet werden. Darum ist die Walkemühle nicht demokratisch, sondern auf dem Grundsatz der Führerschaft aufgebaut. Sie ist so zugleich der Prüfstein für die Möglichkeit einer vernünftigen Führerschaft überhaupt.
Walkemühle, im Februar 1928 - Berta Rode

(Die Hervorhebungen entsprechen dem Original.)

Erinnerungen an Leonard Nelson

Aufgeschrieben von Willi Schaper am 6. Dezember 1984, mit Nachbemerkungen.[1]
Zusätzliche Ergänzungen in eckigen Klammern und Links von Ralf Schaper im November 2017.

Anfang 1926 war ich im 17. Lebensjahr und lernte Nelson in Hannover bei einem von ihm geleiteten ca 7-tägigen sokratischen Kursus über die Schrift von Engels: „Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft“[2] erstmals persönlich kennen. Aufgrund von Schilderungen von Nelsons Freunden, u.a. Julius Philippson, Karl Sperling, Aug. Bolte, Arthur Braunroth, mit denen wir uns in Kursen nicht nur theoretisches Wissen erarbeitet haben, sondern, ich kann es nicht anders ausdrücken, auch etwas von dem prägenden Geist vermittelten und in eigener und kritischer Beobachtung, hatte ich den Eindruck, dass ich einen aussergewöhnlichen Menschen kennenlernte. Dies war der erste und auch bleibende Eindruck, der für mein Leben entscheidende Bedeutung hatte.
Durch die wirtschaftliche Ausbeutung während meiner Kindheit [W. Schaper ist 1909 in Hannover geboren] und Lehrzeit (wir mussten als Schulkinder ohne Bezahlung bei Bauern oft auch bei Schnee und Hagel auf den Feldern arbeiten, grünes Laub [während des 1. Weltkrieges] für die Soldatenpferde sammeln, fast alles Brennholz aus dem Walde [bei Baddeckenstedt bei Hildesheim] nach Hause schleppen (einen Handwagen zu nehmen war von der Forstbehörde verboten!)). Während der 4-jährigen Lehrzeit gab es z.T. noch die 56-stündige Arbeitswoche. Im 1. Lehrjahr [1923] gab es keinen Urlaub, danach 3 Tage im Jahr. Dadurch wurde natürlich die Auflehnung gegen das Unrecht geweckt. Aber das Rechtsbewusstsein wurde durch Nelson und seine Freunde erheblich geschärft und auch theoretisch untermauert. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen in Bezug auf das politische Handeln wurden gezogen.
Bei dem obigen Kursus imponierten mir u.a. die „Kleinigkeiten“, wie z.B. die Forderung nach Pünktlichkeit oder nach
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deutlichem Sprechen. Dazu kam die Zurückhaltung Nelsons in Bezug auf eignes Urteil und an die, gegenüber mir, älteren teilnehmenden Jungsozialistengerichtet ironische Bemerkung: „Ich dachte, ich befände mich hier unter gebildeten Marxisten".
Wir versuchten den Begriff des Widerspruchs zu klären an dem Beispiel: „Ein Fahrrad ist eine Flugmaschine.“ Wie weit das gelang, weiss ich nicht mehr, weiss aber, dass das Ergebnis des Kurses die Feststellung war, die obige Schrift [von Engels] bedeute wohl eher eine umgekehrte Richtung, nämlich die Entwicklung des Sozialismus zur Utopie. (Ob das richtig ist, sei dahingestellt.)
Bei diesem Kursus begann mir langsam aufzugehen, welche Erkenntnisse Menschen aus eigener Kraft, ohne auf anerkannte Autoritäten zu sehen, in gemeinsamer Arbeit gewinnen können. Diese Gewissheit verstärkte sich später im Mathematikunterricht in der Walkemühle bei Gustav Heckmann nach sokratischer Methode und hat mir nicht nur in meinem Beruf als Techniker das Selbstbewusstsein gestärkt.
Mindestens an einem Abend dieses Kurses ging man noch in das damals von den Jusos beliebte Volksbildungsheim, wo dann bei einer Tasse Kaffee oder anderen Getränken noch weiter diskutiert wurde. Ich ging wegen meiner Abneigung gegen Gastwirtschaftsbesuche und vor allen Dingen, weil ich mich schämte, einzugestehen, dass ich nicht 20 Pfennig für eine Tasse Kaffee hatte, was ich natürlich nicht sagte, nicht mit, was Nelson sehr bedauerte. Das beeindruckte mich menschlich.
Im Juli 1927 ging ich als Schlosser in die Walkemühle, auf Wunsch von Minna Specht. Nelson kam eines Tages in die Werkstatt und war
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erfreut, dass ich einige Dinge nach meinen Vorstellungen änderte.
In einer peinlichen Situation sass ich N. bei Tisch direkt gegenüber, als er sich bei Specht nach dem Bezug einer Zeitung oder Zeitschrift für die Walkemühle erkundigte. Specht versuchte die Angelegenheit durch anderen Gesprächsstoff zu übergehen, worauf N. erregt, beinahe zornig, wie ich ihn sonst nie erlebt habe, sagte, dass es eine Schande sei, dass diese Zeitschrift in der Walkemühle noch nicht gelesen würde.
Ende September oder Anfang Oktober 1927 hatte Specht bei einem Besuch in Bremen erreicht, dass eine Schülerin (Irmgard Hinze) entgegen dem vorherigen Wunsche ihrer Eltern in der Walkemühle bleiben durfte. [Irmgard Hinze, geb. 1910, war vom 1.5.1926 bis zum 27.3.1929 in der Walkemühle polizeilich gemeldet; [3]. I.H. war nach Ansicht ihrer Eltern bei einem Besuch in Bremen nicht gut genug gekleidet und hatte angeblich an Stelle von Schnürbändern „elektrische Drähte“ in ihren Schuhen. Wir alle, einschliesslich N. waren über Spechts Erfolg erfreut, und es ergab sich, dass wir ganz spontan an diesem herrlichen warmen Herbstabend im Beisein von Sp., N. und Schaltenbrand auf dem Hof der Walkemühle noch ausgiebig an dem dort aufgestellten Barren geturnt haben. Kurz vorher hatte ich mir ein Paar gute und teure Halbschuhe gekauft. N. bemerkte sie und sagte, dass es sicher schön und letzten Endes auch billiger sei, sich gute Sachen zu kaufen. Auch solche Dinge sah er.
Kurz vor N.s Tode, er lag mit einer Grippe und Lungenentzündung in der Walkemühle, war in seinem Schlafzimmer ein Defekt in der elektrischen Leitung, den ich zum Glück trotz meiner damals geringen Kenntnisse in diesen Dingen rasch beheben konnte. Ich war vorher ziemlich aufgeregt, weil ich wusste, dass N. sehr
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krank war und war beeindruckt von seiner Ruhe und Gelassenheit. Das war das letzte Mal, dass ich N. sah. Nach seinem Tode verband mich eine väterliche Freundschaft zu seinem Vater. Auch eine [d.h. diese] leider nur kurze Bekanntschaft zu seinem [d.h. Heinrich Nelsons] Sohne sei hier erwähnt.
Es hat mich sehr beeindruckt, dass ich einen Menschen dieser Größe kennengelernt habe, der gegen Unwahrheit und Unrecht absolut intolerant war, der es ablehnte, sich mit Menschen zu unterhalten, die der Meinung waren, dass es „geborene Stiefelputzer“ geben müsse, der von den „hinreichen Unverbildeten“ sprach, denen man bei charakterlicher Eignung die Durchsetzung des Rechts anvertrauen müsse (selbst, wenn der geistreiche Franz Oppenheimer einmal sarkastisch sagte, dass es mit Dummheit alleine ja auch nicht getan sei).
Dann war da noch das Problem der Führerschaft,[4] mit dem ich mich früh befasst hatte. Ich war auf dem ersten Jugendkursus in der Walkemühle im Juli 1927 der einzige Teilnehmer, der alle Schriften der neuen Folge der sog. „Blauen Hefte“ gelesen hatte. Einiges davon hatte ich begriffen. Die Hänseleinen darüber machte mir Specht erträglicher, indem sie sagte, ich solle mich nur weiter mit diesen Tragen beschäftigen, wir bräuchten Menschen, die das tun. Leider konnte ich das nie so, wie ich es gern gemacht hätte.
1930 habe ich mich dann dem Führerschaftsprinzip widerwillig gebeugt, als kurz vor meinem Weggang aus der Walkemühle bestimmt wurde, dass ich nach Kassel gehen sollte, war mir ganz und gar nicht passte. Das hat mir grosse persönliche Schwierigkeiten gebracht, die mir dadurch gemildert wurden, dass ich Freunde fand, mit denen mich auch heute noch die Nelsonschen Ideen verbinden.
Bei den Vorbereitungen zum ersten Bundestag des ISK 1928 in Göttingen wurde zu meinem Erstaunen von Tolle Tams in Bezug auf N. der
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Begriff „der Arbeiter am Recht“ geprägt, den Specht dann als Thema für ihre Gedenkrede [5] auf N. verwandt hat. Aus pädagogischen Gründen, um mein damals leider geringes Selbstbewusstsein zu heben, drängte mich Sp. bei dieser Gedenkfeier etwas uns alle angehendes und mich besonders bewegendes zu sagen. Gegen erheblich innere Widerstände und weil ich wusste, dass eine solche öffentliche Äusserung für mich eine entscheidende verpflichtende Bedeutung hatte, zitierte ich aus N.s Rede, die er am 20.5.22 vor den Jungsozialisten in Hannover gehalten hatte:
'Das ist das Grosse und Bezwingende der Rechtsidee, daß sie eine bestimmte Aufgabe stellt, dass sie diese bestimmte Aufgabe als notwendig erkennen lässt, dass sie deren Erfüllung als Grundbedingung eines menschenwürdigen Daseins erweist und damit dem, was der Mensch soll, eine klare und sichere Richtung gibt.[6]
Trotz erheblicher äusserer und innerer Schwierigkeiten habe ich versucht, mich an diese Worte zu halten.
Willi Schaper

ISK, Oktober 1928, Heft 10, S. 155-171

ISK, Oktober 1928, Heft 10, S. 155-171. Erste Seite.



Die schlecht lesbare Zeile des russischen Trauermarsches lautet:
Unsterbliche Opfer, Ihr sanket dahin;[7]

ISK, Oktober 1928, Heft 10, S. 155-171. Seite 162.



Die Wiedergaben der beiden Seiten des ISK-Heftrs vom Oktober 1928, (Heft 10, S. 155-171; hier Seiten 155 und 162) stammen von einem Exemplar aus dem Nachlass von Willi Schaper. Auf Seite 155 oben seine Bemerkung:

Diese Blätter habe ich versteckt über die Nazizeit gerettet. W. Schaper

Nun Text von Seite 162.

Wir erkennen es oft, daß so wenige Menschen ein Lebensziel haben,
daß sie schwanken in ihren Worten und Taten, weil sie ihr Leben
einmal diesem und einmal jenem Grundsatz unterwerfen. Eine be-­
ruhigende Kraft geben uns in den Augenblicken dieser harten Erkenntnis-­
ses die Worte LEONARD NELSONs:
Das ist das Große und Bezwingende der Rechtsidee, daß sie eine
bestimmte Aufgabe stellt, daß sie diese bestimmte Aufgabe als not-
wendig erkennen läßt, daß sie deren Erfüllung als Grundbedingung
eines menschenwürdigen Daseins erweist und damit dem, was der Mensch
soll, eine klare und sichere Richtung gibt.
Willi Schaper

Jetzt weiter mit: Willi Schaper: Nachbemerkungen zu meinen Erinnerungen an Leonard Nelson. 6. Dez. 1984

Nelson lernte während seiner Militärzeit hier in Cassel im 1. Weltkrieg einen philosophisch interessierten, sehr beschlagenen Friseur namens Greb [8] kennen, den man als versoffenes Genie bezeichnen könnte. Er erschien eines Tages 1928 in der Walkemühle und bat mich, ihn Vater Nelson zu melden, den er zu sprechen wünschte und der darüber ziemlich ungehalten war. Zu einer ziemlich turbulenten öffentlichen Versammlung ungefähr 1932 meldete sich Greb in der Diskussion zu Wort, bemängelte lautstark, dass der ISK zu wenig im N.schen Sinne täte, wobei er N.s Reformation der Gesinnung erwähnte und sie weit höher einschätzte, als das Neue Testament. Von Greb stammen die folgenden Verse, die mich beeindruckten und von denen ich annehme, dass sie weitgehend unbekannt sind.

Zu Nelsons Tod

Von Kaspar Greb

Warum deckt Dich so früh die Erde?
Warum steht nicht die Erde still?
Gilt auch Dir dies „Stirb und Werde“?
Du warst doch an der Menschheit Ziel.
Du schufest keine Mona Lisa
aus Schein und leerer Reflexion.
Doch jede valet konsequentia[9] [10]
lag in Dir a priori schon.
Nun wirkst Du fort in höheren Sphären
mit Newton, Schiller, Kant und Fries.
Trotz Obskuranz: Aus Euren Lehren
blüht doch der Menschheit Paradies!

Es folgt ein Faksimile des Gedichtes mit der Schrift von Willi Schaper.

Gedicht. Kaspar Greb



Die Verfassung der "Kinderrepublik Klein Berlin"

Abschrift[11]

Vorwort.

Die Gemeinde der Berliner Kinder im Schul- u. Erholungsheim Walkemühle gibt sich diese Verfassung, um das Zusammenleben nach gewissen Grundsätzen und Richtlinien festzulegen; sie soll den Weg zeigen, der zu einem freudigen und glücklichen Zusammenleben in der Walkemühle führt.

I. Hauptteil, Aufbau der Gemeinde.

Artikel I. An der Spitze der Gemeinde steht der selbstgewählte Gemeinderat, der mit den Erwachsenen der Heimleitung alle Fragen des Zusammenlebens bespricht und regelt.
Artikel II. Der Gemeinderat besteht aus 7 Mitgliedern. Jungen und Mädel werden ihrer Anzahl entsprechend in den Rat gewählt.
Artikel III. Der Gemeinderat wählt für jede Gruppe (Jungen und Mädel) einen Bürgermeister.
Artikel IV. Der Gemeinderat wird jeden Monat neu gewählt.
Artikel V. Die Wahl erfolgt in geheimer Abstimmung. Wahlbe-rechtigt sind alle Kinder die das vierte Schuljahr erreicht haben; wählbar sind alle Kinder die das sechste Schuljahr erreicht haben oder 12 Jahre alt sind.

II. Hauptteil. ( Rechte und Pflichten der Kinder )

Artikel VI. Alle Kinder haben gleiche Rechte und gleiche Pflichten, niemand soll bevorzugt, niemand benachteiligt werden.
Artikel VII. Alle Kinder haben das Recht auf Essen, Schlafen und auf Freizeit.
Artikel VIII. Jedes Kind kann sich beim Gemeinderat beklagen und seinen Schutz in Anspruch nehmen.
Artikel IX. Alle Kinder haben die Pflicht:

a) sich dieser Gemeinschaft einzuordnen;
b) den Körper zur Erhaltung der Gesundheit sauberzuhalten;
c) dazu gehört auch die Sauberhaltung der Kleidung, der Stube und des Heimes;
d) jeder hat die Schule zu besuchen und die ihm aufgetragenen Schularbeiten gewissenhaft auszuführen;
e) an allen Arbeiten, die dem Wohle der Gemeinschaft dienen, soweit es seinem Können und seiner Kraft entspricht, teilzunehmen;
f) während der festgelegten Liegezeit unbedingste Ruhe zu halten;
g) an allen gemeinschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen.

Artikel X. Wer seine Pflichten vergißt, wird vor den Gemeinderat geladen. Der Gemeinderat bespricht in Sitzungen auf welche Art und Weise das betreffende Kind sein Versäumniss wieder gutzumachen hat. Die Beschlüße sind für alle Kinder verbindlich, das heißt, jedes Kind hat die Weisungen des Gemeinderates zubefolgen.

III. Hauptteil ( Die Aufgaben des Gemeinderates )

Artikel XI. Der Gemeinderat regelt und beobachtet das Leben der Kinder und die Durchrührung der im Hauptteil II festgelegten Rechte und Pflichten jedes Kindes.
Darunter wird verstanden:
persönliche Sauberkeit
Ordnung in der Stube
Pünktlichkeit
Einteilung und Einhaltung der der Gemeinschaft dienenden Hilfsarbeiten ( Bücheraustausch, Küchendienst, Schulraumordnung )

Artikel XII. Mindestens einmal in der Woche hat der Gemeinderat zusammenzutreten. Die beiden Bürgermeister besprechen jeden Abend die Tagesereignisse mit der Heimleitung.
Artikel XIII. Alle Wünsche, Vorschläge und Klagen sind dem Gemeinderat vorzulegen, der diese bespricht, einen Beschluß darüber faßt und diesen der Heimleitung vorlegt.

Schlusswort Diese unsere Verfassung tritt mit dem Tage ihrer Annahme und Verkündung in Kraft.
Wir Berliner Kinder hoffen, daß unser Zusammenleben durch diese Verfassung auf das Beste und Angenehmste gefördert wird.

Walkemühle, den 14. Februar 1949.

f.d.Heimleitung: f.d.Gemeinderat:


Vollmachten

Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai 1945 etablierten die Alliierten in ihren Besatzungszonen Militärregierungen. Sie setzten in Städten und Dörfern Bürgermeister als untere Verwaltungsebene ein.

Heinrich Meyer schildert seine ersten Erfahrungen vom Mai 1945. Einige Ausschnitte von dieser Seite:

Bei dem neuen Bürgermeister stellte ich mich vor als alter IJB- und ISK-Freund. Der Mann war skeptisch. Es begann bereits das „Zeitalter der Persilscheine“. Er holte einen alten Textil-Arbeiter, Gewerkschafter und SPD-Mann - Gen. Franke. Beiden erzählte ich dann von Minna Specht, von der ich wusste, dass sie mit den Kindern nach Dänemark - flüchten konnte. Weitere Erinnerungen - Zusammentreffen mit Rauschenplat bis 1937/38, ein Besuch in London 1938 bei Maria Hodan. Als ich noch erzählte, dass Erich Graupe in Adelshausen begraben sein müsste, glaubte man mir.
Zunächst besorgte mir der Genosse Bürgermeister einen Ausweis für den Landkreis Melsungen. Mein Plan war, das Anwesen wieder herzurichten und vielleicht als Erholungsheim für die Kinder und Angehörige von KZ-Genossen einzurichten. Zunächst machte ich eine Bestands-Aufnahme.
[…]
Ich versuchte bei dem U.S.A.-Ortskommandanten in Melsungen vorsprechen zu dürfen, um mein Anliegen vorzutragen. Nach mehrtägigem Warten wurde ich vorgelassen. Da die verschiedenen Grossobjekte und Betriebe einen Treuhänder zugeteilt bekamen, erbat ich als Treuhänder, für die Walkemühle eingesetzt zu werden. Die Unterhaltung war erst sehr kühl. Ich wurde über meine Vergangenheit befragt. Als ich mich als Anti-Hitler vorstellte, nahm der Offizier die Füsse vom Tisch, schlug mit dem Revolver sehr hart auf den Schreibtisch und schrie laut, dass ich einen Schreck bekam.
Der Interpreter [d.h. Übersetzer; RS] sagte mir:
99,9 % haben für Hitler gestimmt, heute kommen täglich Dutzende von Menschen und erklären. dass sie Anti-Hitler waren, er möchte doch endlich mal einen richtigen, leibhaftigen Nazi kennen lernen. Ich sei doch so einer und soll es doch zugeben.
[…]
Ich bekam ein Dokument als Treuhänder und einen Reise-Ausweis nach Ffm, um meine Frau zu holen.

Am 10. Juli 1945 stellt Heinrich Meyer eine Vertretungsvollmacht für Willi Schaper aus:[12]

Am 10. Juli 1945 stellt Heinrich Meyer eine Vertretungsvollmacht für Willi Schaper aus

Am 20.9.1945 formuliert Willi Eichler eine Bestätigung der Bevollmächtigung für Willi Schaper:[13]

Am 20.9.1945 formuliert Willi Eichler eine Bestätigung der Bevollmächtigung für Willi Schaper.

Der benutze Stempel stammt wohl noch aus dem „Dritten Reich“. Dabei wurde – wie auch häufig bei anderen Behörden – das Hakenkreuz in der Mitte des Stempels einfach herausgeschnitten.

Willi Eichler lässt sich am 22 9. 1945 seine Funktion als „Mitglied des Vereins, der der Eigentümer des Grundstücks der Walkemühle bei Melsungen war“ durch den Bürgermeister Eberhard von Adelshausen bestätigen.[14]

Willi Eichler lässt sich am 22 9. 1945 seine Funktion als „Mitglied des Vereins, der der Eigentümer des Grundstücks der Walkemühle bei Melsungen war“ durch den Bürgermeister Eberhard von Adelshausen bestätigen

Der Internationale Sozialistische Kampfbund bzw. die formal aufgelöste Philosophisch-politischen Akademie, also die Eigentümer des Landerziehungsheimes Walkemühle, wurden gemeinsam von Willi Eichler und Minna Specht geführt.

Im Dezember 1945 stellte Minna Specht noch die folgende Vollmacht aus: Zuerst das ganze Dokument:[15]

Csm s2 g c.png

Ausschnitt:

Ausschnitt

Abschrift:

BY THIS POWER OF ATTORNEY I, MINNA SPECHT (spinster),the legal representative of the Philosophisch-Politische Akademie e. V. at Melsungen, of 33 Green Lane in the Borough of Hendon, London N.W.4
APPOINT THEODOR HÜPEDEN of Kassel and WILLI SCHAPER of Walkemühle, near Melsungen my attorneys for me and in my name to do and execute all or any of the following acts, deeds and things that is to say:

Übersetzung:

Übersetzung

Abschrift:[16]

V o l l m a c h t .
Ich, Minna Specht zur Zeit wohnhaft in London N.W.4, No. 33 Green Lane, die Vorsitzende der Philosophisch-Politische Akademie e.V. in Melsungen, bevollmächtige hiermit die Herren Theodor Hüpeden in Kassel und Willi Schaper in Walkemühle bei Melsungen, die Interessen dieses Vereins gegenüber Privatpersonen und Behörden, jeder einzeln für sich oder beide gemeinsam in jeder Weise zu vertreten.

Aber auch Minna Specht brauchte eine Zertifizierung durch den amerikanischen Konsul in London:[17]

Certificate of Acknowledgement of Execution of Document
J.J. Coyle, Vice Consul of the United States at London, England,
[…]
do herby certify that on this of 14th of December 1945, before me personally appeared MINNA SPECHT …
In witness whereof I have hereunto set my hand and official seal the day and year last above written
(Signature)
J.J.Coyle
Csm s3 c a.png


Die Ablösung von Wilhelm Schaper als Treuhänder durch das Amt für Vermögenskontrolle und Wiedergutmachung am 19.1.1949 erfolgte u.a. aus gesundheitlichen Gründen, insbesondere aber aus Meinungsverschiedenheiten über die weitere Verwendung der Walkemühle.[18]

Csm Vermoegenskontrolle r c.png

Innenseite.
Außenseite des o.g. Papierstückes:

Csm Vermoegenskontrolle v1 c .png


mit der Weiterleitung dieses Briefes nach Burgsolms in die Mathes’sche Heilbadeanstalt, wo Wilhelm Schaper damals wegen einer schweren Erkrankung behandelt wurde.

Aus Materialmangel wurden solche Briefe seiner Zeit nur mit einem kleinen Klebestreifen (braun, oben) verklebt und sonst durch Rändelung verschlossen; hier als kleine schwarze Striche neben dem Papierrand zu erkennen.


In dieser Schule braucht man nicht zu lügen.

Leonard Nelson formulierte in dem Artikel Über das Landerziehungsheim Walkemühle den Satz:

In dieser Schule braucht man nicht zu lügen.

Das ist der wohl am meist zitierte Satz von Nelson.
Der Artikel wurde abgedruckt in:

Die Tat
Monatsschrift für die Zukunft deutscher Kultur.
Jena, Jg. XVII, Heft 11, Februar 1926; S. 870.
Sonderdruck aus dem Februarheft 1926.

Die Gesammelten Schriften Nelsons enthalten den Artikel:

Nelson, Leonard
Gesammelte Schriften in neun Bänden.
Hamburg: Felix Meiner, 1970-74.
Achter Band, S. 575 – 578.

Hier wird zuerst ein Faksimile des Sonderdrucks des Artikels gezeigt.[19]

Der leichteren Lesbarkeit wegen folgt unten eine Abschrift.

Csm 045 a 75dpi neu.png



Liste von Publikationen, in denen der Satz In dieser Schule braucht man nicht zu lügen. wörtlich bzw. sinngemäß zitiert wird.
Die Seitenangabe ist meistens am Ende der jeweiligen Quelle notiert.

Blencke, Erna [Hrsg.] [1978]
Leonard Nelson Gedenkfeier.
Aus Anlass des 50. Todestages am 29. Oktober 1977 in Göttingen
Kassel: Philosophisch-Politische Akademie, 1978.

Draken, Klaus
Sokrates als moderner Lehrer: eine sokratisch reflektierte Methodik und ein methodisch reflektierter Sokrates für den Philosophie- und Ethikunterricht.
Berlin: Lit Verlag, 2010.
S. 27.

Draken, Klaus
Sokratische Gesprächspraxis nach L. Nelson und G. Heckmann – zwischen Philosophie und Politik
In: Politische Verantwortung in einer globalisierten Welt
Tagung des Fachverbands Philosophie (Bundesverband / Landesverband Hamburg) in Kooperation mit dem Philosophischen Seminar der Universität Hamburg und der Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW), 21. – 22. September 2012.
S. 7.

Damkowski, Martha
[Über Minna Specht und die Walkemühle]
In: Eberhardt [1980].
S. 16.

Eberhard, Fritz [Mitverf.] [1980]
Erinnerung an Minna Specht.
Aus Anlass ihres 100. Geburtstages am 22. Dezember 1979 ; Veranstaltung in Hannover am 19. Januar 1980.
Frankfurt: Philosophisch-Politische Akademie, [1980].

Eberhard, Fritz
[Über Leonard Nelson]
In: Blencke [1978].
S. 15.

Buchbesprechung des Buches:
Eichler, Willi; Martin Hart
Leonard Nelson; ein Bild seines Lebens und Wirkens.
Paris, Editions nouvelles internationales, 1938 [©1937]
In: Der Freidenker. Organ der Freigeistigen Vereinigung der Schweiz
Zürich: 1. April 1938, Nr. 4, 21. Jahrgang.
S. 26.

Féaux de Lacroix, Judith
Kinder sollten Selbstvertrauen lernen.
Das Landerziehungsheim Walkemühle in Adelshausen war ein reformpädagogisches Projekt.
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, Ausgabe Melsungen, 28.11.2017, S. 3.

Fischer, Ilse
Der Bestand Leonard Nelson im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Bonn: Archiv der sozialen Demokratie, 1999.
S. XXVI.

Fischer, Ilse
Minna Specht – eine politische Pädagogin.
Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, Digitalisat

Frenz, Wilhelm; Jörg Kammler, Dietfrid Krause-Vilmar (Hrsg.).
Volksgemeinschaft und Volksfeinde: Kassel 1933-1945. Band 2. Studien.
Fuldabrück: Hesse, 1987.

Hansen-Schaberg, Inge
Minna Specht - Eine Sozialistin in der Landerziehungsheimbewegung (1918 bis 1951).
Untersuchung zur pädagogischen Biographie einer Reformpädagogin.
Frankfurt a.M.: Peter Lang 1992.
S. 35.

Heussner, Hermann; Wieser, Niemann, Borgmann
Verteidigungsschrift und Gutachten anläßlich der Besetzung der Walkemühle und ihrer Durchsuchung auf illegale Literatur und Waffenbesitz am 14. 3. 1933.
S. 4.

Hessische Lehrerzeitung
Vor vierzig Jahren: „Nazis“ schließen antiautoritäre Schule!
1973 (9).
S. 12.

Kammler, Jörg
Zur historischen Ausgangslage des Arbeiterwiderstandes: Die Kasseler Arbeiterbewegung vor 1933. S. 291-324.
In: Frenz, Wilhelm; Jörg Kammler, Dietfrid Krause-Vilmar (Hrsg.).
Volksgemeinschaft und Volksfeinde: Kassel 1933-1945. Band 2.
S. 316.


Kamuf, Ullrich
Die philosophische Pädagogik Leonard Nelsons
Meisenheim: Anton Hain, 1985.
S. 65.

Nelson, Leonard
Vom Selbstvertrauen der Vernunft: Schriften zur kritischen Philosophie und ihrer Ethik ... Henry-Hermann, Grete [Hrsg.]
Hamburg: Felix Meiner, 1975.
S. 243.

Noam, Lotte
Die Walkemühle. Ein pädagogischer Versuch Leonard Nelsons.
Wissenschaftliche Hausarbeit für die erste Staatsprüfung.
Frankfurt a.M.: Hochschule für Erziehung, 1963; 46 Seiten.[20]
S. 27.

Nelson, Leonard
Vom Selbstvertrauen der Vernunft: Schriften zur kritischen Philosophie und ihrer Ethik.
Henry-Hermann, Grete [Hrsg.]
Hamburg: Felix Meiner, 1975.
S. 243.

Oettli, Mascha
[Über die Walkemühle.]
In: Blencke [1978].
S. 26.

Saar, Stefan Chr.; Andreas Roth, Christian Hattenhauer [Hrsg.]
Recht als Erbe und Aufgabe: Heinz Holzhauer zum 21. April 2005.
Berlin: E. Schmidt, 2005.
S. 284.

Schaper, Ralf
Menschen, Widersprüche, Kontinuitäten – Zur Geschichte des Landerziehungsheims Walkemühle Hessische Lehrerzeitung, 2016 (9/10).
Digitalisat
S. 32-34.

Specht, Minna
Leonard Nelson zum Gedächtnis.
ISK, 1927, 2. Jg. (12), 208 – 212.
S. 210.

Sösemann, Bernd
Fritz Eberhard: Rückblicke auf Biographie und Werk.
Stuttgart: Franz Steiner Verlag, 2001.
S. 72.

Ziechmann, Jürgen
Theorie und Praxis der Erziehung bei Leonard Nelson.
Bad Heilbrunn, Klinkhardt, 1970
S. 112.

Über das Landerziehungsheim Walkemühle.
Die Abschrift des Aufsatzes:

Als mich kurz nach der Revolution der damalige preußische Kultusminister Haenisch um Rat fragte, was er angesichts der trostlosen Finanzlage tun könne, um die notwendigen Reformen des Bildungswesens durchzuführen, schlug ich ihm vor, sämtliche Schulen im Lande (von der Volksschule bis zur Universität) zu schließen. Durch diese einfache Maßnahme würde er, statt die Staatskasse mit neuen Aufwendungen zu belasten, im Gegenteil enorme Geldmittel für sie freimachen und zugleich einen Aufschwung des Geisteslebens herbeiführen, der seinem Namen in der Geschichte Unsterblichkeit sichern würde.
Wozu braucht man heut die Schule? Man sagt: Um die jungen Menschen in die Gesellschaftsordnung einzuführen. Und in der Tat: Wie würden sich Kinder ohne den kostspieligen und kunstvollen Aufwand der an ihnen geleisteten Arbeit in unsere Gesellschaftsordnung einfügen? Wie könnte also diese selbst überhaupt weiterbestehen? Die Menschen würden sich bewahren, was sie als unverdorbene Kinder mitbringen: Glauben an die Wahrheit, Selbstvertrauen und Rechtsgefühl, wie diese sich äußern in Mut und Beharrlichkeit beim Vertreten der eigenen Überzeugung. Sie würden unbeirrt Lüge »Lüge«, Diebstahl »Diebstahl« und Mord »Mord« nennen, eine Ungezogenheit, die den unabwendbaren Zusammenbruch unserer kunstvoll aufrechterhaltenen Gesellschaftsordnung zur Folge hätte.
Worin besteht in Wahrheit die Überlegenheit der Erwachsenen? Im Übergewicht der physischen Stärke und allenfalls darin, daß sie durch Erfahrung gewitzigt sind.
Diese Überlegenheit können sie gebrauchen, um ihr Urteil und ihren Willen den Kindern aufzuzwingen und damit deren Ehrlichkeit und Mut zu brechen, eine Vergewaltigung, die bereits damit anfängt, daß der Lehrer sein Urteil überhaupt ausspricht.
Dieselbe Überlegenheit könnte auch gebraucht werden, um die Kinder gegen solche Vergewaltigung zu schützen. Das heißt: ihnen eine Freistatt zu schaffen, die es ermöglicht, sie aus unserer Gesellschaftsordnung herauszuführen.
Eine solche Freistatt – für Kinder ohne Unterschied der Nation, Rasse und Klasse – will das Landerziehungsheim »Walkemühle« sein.
Wenn ich – der Aufforderung der Redaktion folgend – von der pädagogischen Eigenart dieser Schule in dem knappen mir zugemessenen Raum überhaupt etwas sagen soll, so kann es daher nur das sein: In dieser Schule braucht man nicht zu lügen.
Ich höre die Schulreformer fragen: Ist das nicht zu wenig?
Darüber zu reden, wird sich lohnen, wenn erst einmal jenes Wenige erreicht ist. Das Wenige nämlich, daß Menschen heranwachsen, die sich die mutige Überzeugungstreue der Kinder bewahren und als Erwachsene dann die erworbene Stärke und Erfahrung nutzen werden, um mit diesem doppelten Rüstzeug die Überzeugung zu verfechten, daß auch ihre Mitmenschen das Recht haben, als ehrliche Menschen aufzuwachsen und zu leben.


Eine vegetarische Seife

Vegetarische Lebensweise gehörte zu den Selbstverpflichtungen im Internationalen-Jugend-Bund (IJB) bzw. Internationalen-Sozialistischen-Kampfbund (ISK) ebenso wie Abstinenz von Nikotin und Alkohol !

Zur Festigung des Vegetarismus gab es manchmal Besuche in Schlachthöfen. Die Hunde in der Walkemühle kriegten Haferflocken und Milch und Bratkartoffeln und ähnliches Zeug. [21]

Am 24.12.1926 sandte die Dreiturm-Seifenfabrik Viktor Wolf in Schlüchtern diese frohe Botschaft in die Walkemühle:

Zu unserer größten Freude ist es uns endlich gelungen, eine vegetarische Seife herzustellen.
Bild 1

Bild 1 [22]

Hier nun Teile des diesbezüglichen Schriftwechsels und einige Erläuterungen dazu.

Bild 2

Bild 2 [23]

Bild 3, 4, 5. [24]

Die Erläuterungen

Zu Bild 1: Eigentümer der Dreiturm-Seifenfabrik Viktor Wolf war 1926 Max Wolf, Mitglied im ISK und Förderer der Walkemühle. Regelmäßige monatliche Spenden von RM 1000 an die Walkemühle sind belegt.

Dr. Hellmut von Rauschenplat leitete seinerzeit mit Minna Specht die Walkemühle.

Dr. Karl Hinkel war ISK-Mitglied und arbeitete in den Dreiturm-Seifen-Werken.

Zu Bild 2: Acis bezieht sich in Schlüchtern sicherlich auf den dortigen Acisbrunnen.

Acis (oder Akis) ist eine Figur in der griechischen Mythologie. Bekannt ist Acis und Galatea von Georg Friedrich Händel.

Die Acis Feinseifen- u. Parfümeriefrabrik A.G. war eine formale Ausgründung innerhalb der Dreiturm-Seifenwerke. Dazu gibt der Text des Briefes in Bild 4 Hinweise.

Zusätzliche Erläuterungen (Hinweis weiter unten.)

Zu Bild 3: Da die Seife mit keinerlei tierischen Bestandteilen hergestellt wurde, trüge sie heute die Bezeichnung vegane Seife.

Lanolin ist eine Bezeichnung für Wollwachs, also „fast“ vegetarisch aber nicht vegan.

Zusätzliche Erläuterungen (Hinweis weiter unten.)

Zu Bild 4: Bzgl. An den Grundstücken, die ja auch zu Gunsten der G.F.A. belastet sind, hat sich gar nichts geändert.: Die G.F.A., also die Gesellschaft der Freunde der Philosophisch-politischen Akademie e. V. hatte Max Wolf ein Darlehen gegeben.
Bzgl. weil die Grossisten natürlich nicht von einer Fabrik kaufen wollen, die die Kundschaft direkt beliefert. In dem Direktvertriebsnetz von Dreiturm arbeiteten oft Sympathisanten oder Mitgliedes des ISK. Lieferwagen der Dreiturm-Seifenfabrik

Foto: aus Privatbesitz; auch beim Archiv der sozialen Demokratie: 6/FOTA189806.

Foto: aus Privatbesitz; [25]

Zu Bild 5: Mit Walter Hammer ist der Verleger und Publizist Walter Hammer gemeint.[26]

Mit Schwantje ist Magnus Schwantje gemeint, ein Vorreiter der deutschen Vegetarierbewegung. Sein Name findet sich auf der Einladungsliste zum Bundestag 1924 des IJB in der Walkemühle ebenso wie die Namen Karl Hinkel, Hellmut Rauschenplat und Max Wolf.[27]

Zusätzliche Erläuterungen:

Zu Bild 2:

Die Unterschriften von rechts:
1.: unbekannt;
2.: Dr. Hinkel;
3.: 8. 1. Rpt.: Rpt ist die Paraphe von Rauschenplat.


Zu Bild 3:

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Der erste Buchstabe ist nicht eindeutig zu bestimmen; es scheint ein „U“ zu sein wie es ähnlich in Unterschriften von HellmUt RaUschnenplat anderswo zu sehen ist. Der zweite Buchstabe sieht einem „R“ sehr ähnlich, das Rauschenplat so am Anfang der folgenden Paraphe oder auch in anderen Dokumenten benutzte.
8. 1. 27. Rpt.: Rpt Paraphe von Rauschenplat.
Nelson war Führer des ISK, Eichler damals sein Sekretär.


Zu Bild 5:

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Mit herzlichem Gruss auch an Nelson
Dein Karl Hinkel
Max Wolf ist Aktionär der Acis, und zwar ist
die A.G. sein vollst. Eigentum. Nach
Außen darf dies allerdings nicht in
Erscheinung treten. (Streng vertraulich!)
Ich selbst gehöre offiziell nicht mehr der
Firma Victor Wolf an.

Wer „D.O.“ ist, konnte nicht geklärt werden.

Anlage. / Herzliche Grüße / Max Wolf

Quellen und Zitate

Nachlass Leonard Nelson, Bundesarchiv Berlin, BArch N 22 10/419.

Flake, Axel, Heiko Schmidt
Der in Elberfeld geborene Verleger und Publizist Walter Hammer (1888–1966).
Ein Beitrag zu Jugendbewegung, Pazifismus und Widerstand.
Geschichte im Wuppertal, 14, 2005, S. 60-94. Digitalisat [pdf]
Daraus S. 76:

… Hammer gehörte auch zu den Mitunterzeichnern eines ISK-Flugblattes im Jahr 1932. In Dänemark traf er nun Minna Specht wieder, in der Weimarer Republik prominentes ISK-Mitglied und Leiterin des berühmten Landerziehungsheims „Walkemühle“ in Melsungen bei Kassel und war oft zu Gast in der dänischen Neugründung. …

Schaper, Willi
Lebenserinnerungen.
Kassel: unveröffentlichtes Typoskript, [1992], [125 Seiten].

Daraus S. 31:

Eines Tages hatte ich etwa einen halben Eimer voll toter Forellen, die durch irgendeinen Abfluß in der Pfieffe an Land gekommen waren. Die Hunde wurden natürlich auch vegetarisch ernährt. Sie kriegten Haferflocken und Milch und Bratkartoffeln und ähnliches Zeug. Als der Hund schon von weitem diesen Eimer mit Forellen witterte, sträubte er sein Fell und er ging wie ein Berserker auf den Eimer los. Ich glaube, er hat die Forellen alle auf einmal gefressen.

S. 34:

Im Sommer 1929 fand eine Tagung der GFA, der Gesellschaft der Freunde der philosophisch-politischen Akademie, statt, auf der Franz Oppenheimer gesprochen hat, und ich sehe ihn noch da stehen, wie er die Finger seiner beiden Hände ineinander greifen ließ, und er sagte, daß Nelson eine volkswirtschaftliche Grundlage für seine Philosophie suchte und er suchte einen philosophischen Überbau für seine Volkswirtschaftslehre. Daß sie sich getroffen hätten und so, wie die Zahnräder eines Getriebes ineinander greifen, so paßten ihre beiden Lehren ineinander. Auf dieser Tagung sprach auch Max Wolf, der Seifenfabrikant aus Schlüchtern, der unser Hauptgeldgeber war, und ich erinnere mich, daß er sagte, genauso, wie er seine Steuern an den Staat abzuführen hätte, führte er auch monatlich das Geld an die Walkemühle ab.

S. 36-37:

1928, ich glaube es war im August, machte eine Schülergruppe mit Gustav Heckmann eine Exkursion in den Betrieb von Max Wolf in Schlüchtern. Ich wurde auch dazu eingeladen und es war für mich nicht uninteressant, die Seifenproduktion kennenzulernen. Ich kam gewissermaßen in die Strafabteilung, nämlich in die Seifenpulverproduktion. Das Leben war da ganz besonders unangenehm wegen des Staubes, der erhebliche Nasenreizung verursachte. Obwohl den Leuten dort Atemschutzmasken zur Verfügung gestellt wurden, benutzte sie kaum jemand. Die Leute banden sich ein Taschentuch lose über die Nase, was natürlich nicht den angestrebten Zweck erfüllte.
[…]
Mit Max Wolf hatte ich eines Abends auf seine Einladung hin in seiner Villa ein hochinteressantes Gespräch. In Rußland hatte man damals u.a. das Problem, ob man Organisatoren oder Spezialisten ausbilden sollte. Darüber haben wir lange gesprochen. Aber das Wichtigste für mich war bei diesem Gespräch, daß Max Wolf davor warnte, zu große Hoffnungen zu setzen auf die Verteilung des Eigentums. Er sagte mir u.a., bei gleichmäßiger Verteilung seines (Max Wolf´s) Eigentums bekäme jeder seiner Arbeiter 10 Mark im Monat mehr.
Gustav Heckmann und Max Wolf. Archiv der sozialen Demokratie: 6/FOTA029914

Gustav Heckmann und Max Wolf.[28]

Wittrock, Christine
Saubere Geschäfte, weiße Westen und Persilscheine.
Die Geschichte der Seifenfabriken in Schlüchtern und Steinau seit 1825.
Hanau: CoCon-Verlag, 2002, ISBN 978-3-928100-90-8.

Daraus S. 32:.

In den unruhigen Jahren zwischen 1918 und 1933 wurde die Dreiturm-Seifenfabrik ein Auffangbecken für Sozialisten aller Schattierungen: arbeitslose Gewerkschafter, gefeuerte kommunistische Arbeiter, leitende ISK-Mitglieder, sozialdemokratische Familienväter - alle fanden Brot und Arbeit in dem vorbildlich geführten Werk. Für ihre für die damalige Zeit mustergültigen Sozialleistungen war die Dreiturm bekannt: Sie zahlte überdurchschnittliche Löhne und hatte die für damalige Verhältnisse seltene 40-Stunden-Woche eingeführt. Die Arbeiter bekamen im Krankheitsfall bis zu 90 Prozent des Lohnes aus einer Unterstützungskasse und waren den Angestellten mit monatlicher Kündigungsfrist gleichgestellt. Sie erhielten darüber hinaus ein halbes Prozent vom Umsatz als monatliche Prämie, bekamen die Feiertage voll bezahlt und eine beträchtliche Weihnachtsgratifikation.

Von Christine Wittrock erschienen 2001 zwei Artikel in der Frankfurter Rundschau:
Wittrock, Christine
Der ISK und Max Wolf.
Daraus:

Der Internationale Sozialistische Kampf-Bund verpflichtete seine Mitglieder zu besonderer Lebensführung: Einhaltung vegetarischer Lebensweise in Achtung vor dem Lebensrecht der Tiere, Austritt aus der Kirche, da ihre Glaubenslehre die Menschen entmündige, Abstinenz von Alkohol, dessen Genuss den Vernunftgebrauch einschränke und Abgabe einer rigorosen "Parteisteuer". Der ISK legte keinen Wert auf große Mitgliederzahlen; eine straff geführte, gut geschulte sozialistische Elite war ihm wichtiger.
[…]
Eines der wichtigsten Projekte, die Max Wolf im Rahmen des ISK mit großem Engagement unterstützte und förderte, war das Landeserziehungsheim Walkemühle bei Melsungen, eine linke Reformschule mit Internatscharakter. Der Dreiturmchef Max Wolf verstand sich als Sozialist. Er wollte seinen Reichtum für sinnvolle Aufgaben verwenden. Er gehörte zu den wenigen Wohlhabenden, deren vorrangiges Ziel nicht Profitmaximierung war, sondern Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse: Abschaffung des Elends, der Massenarbeitslosigkeit und der damit einhergehenden Verrohung und Verdummung der Menschen. Für dieses Ziel arbeitete und kämpfte er, dafür gab er große Summen seines Geldes aus, dafür wurde er letztlich ins Gefängnis gebracht und aus Deutschland vertrieben.

Wittrock, Christine
Wie den Nazis die Enteignung der Dreiturm-Fabrik gelingt. Nach den Reichstagswahlen im März 1933 beginnt in Schlüchtern und Steinau der Terror gegen den jüdischen Firmenbesitzer Max Wolf.

Erwähnenswert im Zusammenhang mit Max Wolf und den Dreiturm-Seifenwerken ist der folgende Artikel:
Reifenberg, Bernd
Eine wissenschaftliche Bibliothek als Sammelstelle für indizierte Literatur.
Zur Rückgabe von sechs Büchern an die Erben des deutsch-jüdischen Fabrikanten Max Wolf.
Beiträge öffentlicher Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland zum Umgang mit Kulturgütern aus ehemaligem jüdischen Besitz.
Magdeburg: Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, 1, 2001, S. 232-242.
Überarbeitete Fassung vom Januar 2002, [pdf]

Daraus S. 3:

Max Wolf, der Besitzer der Firma, war in das Visier der Nationalsozialisten nicht nur wegen seiner jüdischen Herkunft geraten, sondern auch weil er als engagierter Sozialist bekannt war. Er finanzierte die von dem bereits erwähnten Göttinger Philosophen Leonard Nelson eingerichtete „Philosophisch-politische Akademie“ und die in ihrer Trägerschaft befindliche sozialistische Reformschule Walkemühle bei Melsungen. Wolfs leitende Angestellte waren für den ebenfalls von Nelson gegründeten Internationalen Sozialistischen Kampfbund tätig, zahlreiche andernorts wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ entlassene Personen fanden in der Dreiturm-Seifenfabrik als Reisende (Vertreter) Arbeit. Dass den Beschäftigten des Betriebs eine Bibliothek zur Verfügung stand, die auch politische Literatur umfasste, kann vor diesem Hintergrund nicht verwundern.
Quelle: ISK, Mitteilungsblatt des Internationalen Sozialistischen Kampf-Bundes, Jg. 1, Heft 11, 3. Umschlagseite, 1926.
[29]

[Diese Seite wurde am 06.01.2017 eingefügt und wurde am 17.01.2017 ergänzt.]


Archive und Nachlässe

Bundesarchiv Berlin

Im Bundesarchiv Berlin befindet sich im sog. Nachlass Nelson umfangreiches Material, das erst 1934 [30] in der Walkemühle gefunden wurde.

Das Archivgut ist vermutlich 1933 oder später von der Gestapo beschlagnahmt worden, wurde 1945 mit Beständen ähnlicher Art von der Sowjetarmee sichergestellt. Im Zuge von Aktenabgaben der UdSSSR an die DDR kam es 1957 und 1959 in das ZStA.[31] [32]

Weiterhin gibt es im BA Berlin:

Unterlagen über die sogenannte »Walkemühle«.

Signatur R 1501/6040 fol. 1-44.

Archiv der sozialen Demokratie

Das Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn enthält wesentliche Dokumente und Nachlässe zum Thema Walkemühle. Dazu gehören insbesondere:
Die Akten (13 lfd.m) des Internationalen Jugendbundes (IJB), 1917-1925, sowie des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK), 1925-1945.
Eine grundlegende Analyse dieses Bestandes hat 1982 Klär [33] vorgenommen.

Ein nicht geringer Teil (ca. 7 lfd.m) dieser Akten (z.B. die Monatsbriefe der ISK-Führung an Ortsvereine) ist ebenfalls im Bundesarchiv Berlin, im Nachlass Nelson, BArch N 2210, vorhanden (siehe oben.).

Die umfangreichsten persönlichen Nachlässe bzgl. Walkemühle stammen von Leonard Nelson, Minna Specht und Willi Eichler:

Der Nachlass Leonard Nelson im AdsD hat einen Bestand von 13 lfm und eine Laufzeit von 1898 bis 1989. Es handelt sich

um einen Teilnachlass, der im Laufe der Zeit durch eine Reihe von Anreicherungen erweitert worden ist.
Neben den von Leonard Nelson selbst hinterlassenen Schriftstücken umfasst der Bestand außerdem Teilnachlässe der Eltern Heinrich und Elisabeth Nelson.
Eine weitere bedeutende Anreicherung erfuhr der Bestand durch die Übergabe der Sammlung des amerikanischen Historikers Martin H. Schaefer im Jahr 1989. Sie enthält nicht nur die für eine geplante Nelson-Biographie gesammelten Informationen und Materialien über Nelson, sondern auch zahlreiche Originaldokumente.

Der Nachlass Minna Specht im AdsD hat einen Bestand von 1,60 lfm und eine Laufzeit von 1915 bis 1976; er umfasst:

Korrespondenz (u.a. an und von Leonard Nelson); Unterlagen u.a betr. Jugendzeit, Internationaler Jugendbund, Internationaler Sozialistischer Kampfbund, Landerziehungsheim Walkemühle, Emigration (u.a. German Educational Reconstruction), Odenwaldschule; Manuskripte, Rede- und Diskussionsnotizen, Fotoalben; Erinnerungen Dritter an Nelson, Specht und Walkemühle.

Eine Auswahl benutzter Ordner des Nachlasses Minna Specht:

1/MSAE000036: Korrespondenz: Briefe an und von Willi Eichler.
1/MSAE000070: Pädagogische und schulpolitische Tätigkeit; Landerziehungsheim Walkemühle Entwicklung nach 1945; Entschädigungsangelegenheit.
1/ MSAE000087: Pädagogische und schulpolitische Tätigkeit; Rückblicke von Schülern, Lehrern und Freunden; Umfrage zur Walkemühle 1973, Erinnerungen auf dem Nelson-Symposion 1976.

Der Nachlass Willi Eichler im AdsD hat einen Bestand von 13,30 lfm und eine Laufzeit von 1955 bis 1971.

Bei Eingabe des Suchworts Walkemühle werden im Fotoarchiv des AdsD 162 Bilder angegeben (Stand 26.12.2017).

Das AdsD enthält viele weitere Nachlässe und Deposita im Zusammenhang mit der Walkemühle resp. ISK, insbesondere:

Teile des Nachlasses von Willi Schaper sind schon im AdsD (1/WSAQ), weitere sollen dazu kommen.

Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden

Im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden befindet sich der Nachlass von Anna Beyer. Er umfasst insgesamt 9,75 lfm Regalmeter; die Laufzeit ist 1945 bis 1991. Bestandsgeschichte:

Nach dem Tod A. Beyers am 15. Mai 1991 gelangte ihr schriftlicher Nachlass - ihr 'Archivmaterial', wie sie selbst das Schriftgut bezeichnete - entsprechend einer testamentarischen Verfügung als Zugang 107/1991 an das Hauptstaatsarchiv (jetzt Abt. 1213).
Der Nachlass umfasst insgesamt 10 lfm Regalmeter: 5,5 lfm Aktenschriftgut, Fotografien und Presseausschnittsammlungen sowie - mit engem Bezug hierzu - 4,5 lfm Druckschriften (Bücher, Broschüren u. Zeitschriften).

Eine Auswahl benutzter Ordner aus diesem Nachlass:

HHStAW Bestand 1213 Nr. 26
Betrieb des Schul- und Erholungsheims Walkemühle bei Melsungen (Helferschule der ‘‘Falken‘‘).
Band 2, Laufzeit: 1947-1948.
HHStAW Bestand 1213 Nr. 27
Betrieb des Schul- und Erholungsheims Walkemühle bei Melsungen (Helferschule der ‘‘Falken‘‘).
Korrespondenz: A-O
Laufzeit: 1947-1949.
HHStAW Bestand 1213 Nr. 28
Betrieb des Schul- und Erholungsheims Walkemühle bei Melsungen (Helferschule der ‘‘Falken‘‘).
 ::Korrespondenz: P-Z
Laufzeit: 1945-1949.
HHStAW Bestand 1213 Nr. 29
Korrespondenz mit den Eltern von Berliner Ferienkindern im Erholungsheim Walkemühle.
Laufzeit: 1949-1950.
HHStAW Bestand 1213 Nr. 30
Betrieb des Schul- und Erholungsheims Walkemühle bei Melsungen (Helferschule der ‘‘Falken‘‘).
Band 3, Laufzeit: 1945-1948.
HHStAW Bestand 1213 Nr. 31
Betrieb des Schul- und Erholungsheims Walkemühle bei Melsungen (Helferschule der ‘‘Falken‘‘).
Band 1, Laufzeit: (1928) 1947-1950.
HHStAW Bestand 1213 Nr. 235
SPD, Arbeiterjugendbewegung und Internationaler Sozialistischer Kampfbund -ISK- (Fotos).
Schul- und Erholungsheim Walkemühle bei Melsungen.
Laufzeit: 1946-1950.

Siehe auch das Findbuch im Meta-Archiv für Erwachsenenbildung.

Bezug zum Thema Walkemühle haben diese Akten des HHStAW:

Akte bzgl. des Wiedergutmachungsverfahrens der Philosophisch-Politischen-Akademie wegen der Enteignung der Walkemühle und dem Verlust der dortigen Bibliothek:

HHStAW Bestand 518 Nr. 4511
Philosophisch-Politische Akademie e.V. (Bibliothek).
Entschädigungsakte
Laufzeit: 1950-1965.
HHStAW Bestand 520/28 Nr. 46
Personenname: Zamzow, Hermann.
Geburtsdatum: 1881-03-26.
Wohnort: Melsungen.

Diese letzte Akte steht in Verbindung mit einer Akte aus dem Hessischen Staatsarchiv Marburg:

HStAM Bestand 180 Melsungen Nr. 5067
Übernahme des Angestellten bei der Stadtverwaltung Melsungen, Bauführer Zamzow, in das Beamtenverhältnis.
Laufzeit: 1937-1939.

Hessisches Staatsarchiv Marburg

Im Hessischen Staatsarchiv Marburg befinden sich wichtige, teils umfangreiche Akten zum Thema Walkemühle; z.B. Erziehungsheim Walkemühle, Kreis Melsungen, 1924-1934.
Nach dem aktuellen Suchsystem der Hessischen Staatsarchive hat diese Akte die Signatur HStAM, 166, 6437. Bei Giesselmann[34] und Ziechmann[35] wird die Akte folgendermaßen zitiert:

Sonderakten des Regierungspräsidenten zu Kassel betr. das Erziehungsheim Walkemühle, Kreis Melsungen, Band I (1924-1934) im Staatsarchiv Marburg, Bestand 166/6437.

Also:

HStAM Bestand 166 Nr. 6437
Erziehungsheim Walkemühle, Kreis Melsungen.
Laufzeit: 1924-1934.

Weitere Akten:

HStAM Bestand 180 Melsungen Nr. 2405
Örtliche politische Bewegungen.
Laufzeit: 1930.
HStAM Bestand 166 Nr. 6437
Erziehungsheim Walkemühle, Kreis Melsungen.
Laufzeit: 1924-1934.
HStAM Bestand 223 Nr. 32
Verhandlungen über die beschlagnahmte Bibliothek der Philosophisch- Politischen Akademie der Walkemühle bei Melsungen.
Laufzeit: 1934-1936, 1950.
HStAM Bestand 180 Melsungen Nr. 3729
Landerziehungsheim Walkenmühle bei Adelshausen.
Schließung des Heims wegen kommunistischer Tendenz sowie Beschlagnahme der Mühle für die Neueinrichtung als Führerschule.
Laufzeit: 1932-1938.
HStAM Bestand 180 Melsungen Nr. 5090
Leichen- und Bestattungswesen.
Laufzeit: 1940-1953.
Diese Akte enthält einige Dokumente von 1942/3 bzgl. ungeklärter Eigentumsverhältnisse am Grundstück der Walkemühle.
HStAM Bestand 330 Melsungen Nr. B 2434
Durchführung von Aufräumungsarbeiten in Schulgebäuden sowie bei der Walkemühle durch ehemalige Angehörige der HJ.
Laufzeit: 1945.
HStAM Bestand 330 Melsungen Nr. B 940
Instandsetzung jüdischer Friedhöfe.
Laufzeit: 1947-1951.

Stadtarchiv Göttingen

Im Stadtarchiv Göttingen gibt es eine Akte 155/5 der Polizei-Direktion Göttingen, Fach 155, Nr. 5:

Polizeidirektion Göttingen
Spezial-Akten betreffend Internationaler Sozialistischer Kampfbund (ISK).
Umfassen die Jahre: 1926 bis 1936.Fach: 155 No.: 5.

Blätter 76-77v: 29.5.1933:
Bericht über den ISK. und seine Verbindungen zum Landerziehungsheim „Walkemühle“ b/Melsungen.
Blätter 78-80: 19.5.1933:
Anzeige über die Inschutzhaftnahme des Schlossers Willi Warnke, geb. 2.10.1910 zu Witzenhausen, wohnhaft Kassel Hafenstrasse 36.
Blatt 88. 28.6.1933:
Vermerk des Krim. Sekr. Nöring, Göttingen bzgl. des Anrufs des Krim Kom. Klenke, Kassel:
Ich bitte, die bei der Inschutzhaftnahme des Warnke aus Kassel, beschlagnahmten Papiere, Tagebuch der Minna Specht pp. umgehend nach hier zu senden.
Die bei Warnke hier beschlagnahmten Papiere 7 Akten mit Inhalt, 52 Briefe (Testamente) 2 Tagebücher sind hier beigefügt.

Literatur

Durch Anklicken des WorldCat-Logos unter einer Literasturangabe gelangen Sie zu den jeweiligen, bei WorldCat gespeicherten, Angaben.

Adant, Philippe
Widerstand und Wagemut. René Bertholet – eine Biographie.
Frankfurt a.M.: dipa-Verlag, 1996 ISBN 3-7638-0372-6.
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Barbusse, Henri
Die Henker. [Les Bourreaux ].
Nelson, Heinrich [Übersetzer].
Stuttgart: Verlag „Öffentliches Leben“, 1927.
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Becker, Hellmut; Willi Eichler und Gustav Heckmann [Hrsg.]
Erziehung und Politik. Minna Specht zu ihrem 80. Geburtstag.
Frankfurt a.M.: Verlag „Öffentliches Leben“, 1960.
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Behrens-Cobet, Heidi
Herrschaft der Vernünftigen und Rechtsliebenden.
Das Erwachsenbildungsexperiment des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes.
In: Ciupke, 1996, S. 15-27.
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Bergmann, Waltari und Heinrich Schulz
Adelshausen 1209-1959. Heimatgeschichte eines niederhessischen Dorfes.
Adelshausen: Gemeindeverwaltung, 1959.
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Bertholet, Hanna
Gedanken über die Walkemühle.
In: Becker: Erziehung und Politik, S. 269-286.

Beyer, Anna
Die Walkemühle berichtet.
Wiesbaden: Hessisches Hauptstaatsarchiv: Nachlass Anna Beyer 1213 31, [1948].

Ciupke, Paul und Franz-Josef Jelich [Hrsg.]
Soziale Bewegung, Gemeinschaftsbildung und pädagogische Institutionalisierung.
Essen: Klartext Verlag, 1996. ISBN 3-88474-520-4.
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Dilich, Wilhelm
Ingrid Baumgärtner, Martina Stercken und Axel Halle [Hrsg.]
Landtafeln hessischer Ämter zwischen Rhein und Weser 1607-1625.
Kassel: Kassel University Press, 2011. ISBN 978-3-89958-450-9.
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Eberhard, Fritz [Mitverfasser]
Erinnerung an Minna Specht.
Veranstaltung in Hannover am 19. Januar 1980 aus Anlass ihres 100. Geburtstages am 22. Dezember 1979.
Frankfurt a.M.: Philosophisch-Politische Akademie, [1980].
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Eichler, Willi
Zum Tode Pius XII.
Bonn: Sozialdemokratischer Pressedienst, 9. Oktober 1958, S. 1.
Digitalisat [pdf].
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Feidel-Mertz, Hildegard [Hrsg.]
Schulen im Exil: die verdrängte Pädagogik nach 1933.
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1983. ISBN 3-499-17789-7.
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Feidel-Mertz, Hildegard
Die Walkemühle nach 1945.
In: Ciupke, 1996, S. 29-36.
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Fischer, Ilse
Der Bestand Leonard Nelson im Archiv der sozialen Demokratie.
Bonn: Archiv der sozialen Demokratie, 1999. ISBN 3-86077-805-6.
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Flake, Axel; und Heiko Schmidt
Der in Elberfeld geborene Verleger und Publizist Walter Hammer (1888–1966).
Ein Beitrag zu Jugendbewegung, Pazifismus und Widerstand.
In: Geschichte im Wuppertal, 14, 2005, S. 60-94. Digitalisat [pdf].

Franke, Holger
Leonard Nelson.
Ein biographischer Beitrag unter besonderer Berücksichtigung seiner rechts- und staatspolitischen Arbeiten.
Ammersbek bei Hamburg: Verlag an der Lottbek, 1991. ISBN 3-926987-61-8.
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Leider ist die Seitennummerierung geändert worden; sie stimmt nicht mit den Angaben im Inhaltsverzeichnis der Ausgabe auf Seite 7 überein.
Seitenangaben nach dieser 1. Auflage. Die „2., erweiterte und überarbeitete Auflage“ (1997) lässt – so das dortige Vorwort – den Text unverändert, angefügt ist ein Personenverzeichnis.

Freund, Nadine
Teil der Gewalt. Das Regierungspräsidium Kassel und der Nationalsozialismus.
Marburg: Historische Kommission für Hessen, 2017, ISBN 978-3-942225-37-3.
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Gesellschaft der Freunde der philosophisch-politischen Akademie e.V. (Hrsg.)
Nachruf auf Leonard Nelson.
Walkemühle: Gesellschaft der Freunde der philosophisch-politischen Akademie e.V, [Dezember 1928], [12 Seiten].

Giesselmann, Rudolf
Die Walkemühle in Nordhessen.
Erkundungen der deutschen Zeitgeschichte, zentriert in einem regionalen Brennpunkt.
Wissenschaftliche Hausarbeit eingereicht zur ersten Staatsprüfung für das Lehramt an beruflichen Schulen gewerblich-technischer Fachrichtung.
Kassel: Gesamthochschule Kassel, 1976, [206 Seiten].

Giesselmann, Rudolf
Geschichten von der Walkemühle bei Melsungen in Nordhessen.
Wirkungsfeld von Minna Specht, Leonard Nelson, IJB und ISK.
Bad Homburg: Zwiebel-Verlag, 1997. ISBN 3-9805120-1-0.
Diese Fassung als Digitalisat (pdf) ist paginiert; daher richten sich Seitenangaben nach dieser Fassung.
Ein zweites Digitalisat (html)
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Goosmann, Paul
Erinnerungen eines Bremer Reformpädagogen.
Fischerhude: Atelier im Bauernhaus, [1991]. ISBN 3-88-132-075-X.
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Graupe, Erich
Notwendigkeits-Aberglaube oder Klassenkampf?
Stuttgart: Verlag „Öffentliches Leben“, 1927.
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Grulms, Eva; Bernd Kleibl
Jüdische Friedhöfe in Nordhessen – Bestand und Sicherung.
Kassel: Johannes Stauda Verlag, 1984, ISBN 3-7982-0443-8.
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Haas-Rietschel, Helga und Sabine Hering
Nora Platiel: Sozialistin - Emigrantin - Politikerin.
Köln: Bund-Verlag ,1990. ISBN 3-7663-2127-7.
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Hansen-Schaberg, Inge
Minna Specht - Eine Sozialistin in der Landerziehungsheimbewegung (1918 bis 1951).
Untersuchung zur pädagogischen Biographie einer Reformpädagogin.
Frankfurt a.M.: Peter Lang, 1992. ISBN 3-631-44250-5.
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Heckmann, Gustav
Der Erzieher Minna Specht.
In: Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung, 13, (8) 1961, S. 120-122.

Heinemann, Hartmut
Die jüdischen Friedhöfe in Hessen.
In: Denkmalpflege in Hessen, (2), S. 32-41, 1997.

Hieronimus, Ekkehard
Theodor Lessing, Otto Meyerhof, Leonard Nelson. Bedeutende Juden in Niedersachsen.
Hannover: Niedersächsische Landeszentrale für Politische Bildung, 1964.
Der Artikel über Nelson: S. 89-134.
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Hofmann, George F.
The SuperSixth. The History of the 6th Armored Division in World War II.
Louisville (Kentucky): Sixth Armored Division Association, 1975.
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Honecker, Erich
Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.
Video zu Den Sozialismus in seinem Lauf.

Internationaler Sozialistischer Kampf-Bund [Hrsg.].
ISK [Monatsschrift].
Stuttgart: Verlag „Öffentliches Leben“, 1926-1933.
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Kägi-Fuchsmann, Regina
Das gute Herz genügt nicht. Mein Leben und meine Arbeit.
Zürich: Verlag Ex Libris, 1968.
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Kamp, Johannes-Martin
Kinderrepubliken? Geschichte, Praxis und Theorie radikaler Selbstregierung in Kinder- und Jugendheimen.
Opladen: Leske und Budrich, 1995. ISBN 3-8100-1357-9.
Zweite Auflage als PDF-Datei © 2006 by Martin Kamp.
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Klär, Karl-Heinz
Zwei Nelson-Bünde:
Internationaler Jugend-Bund (IJB) und Internationaler Sozialistischer Kampf-Bund (ISK) im Licht neuer Quellen.
In: Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, 18 (3) 1982, S. 310–360.
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Kraas, Andreas
Lehrerlager 1932-1945. Politische Funktion und pädagogische Gestaltung.
Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 2006. ISBN 3-7815-1347-5
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Krause-Vilmar, Dietfrid
Das Konzentrationslager Breitenau: ein staatliches Schutzhaftlager 1933/34.
Marburg: Schüren, 2000. ISBN 3-89472-158-8.
Digitalisat [pdf]
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Kreis Melsungen [Hrsg.]
Handbuch 1934.
Melsungen: Bernecker, 1934. [Ohne Paginierung].
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Ku Hung-Ming
Vox clamantis: Betrachtungen über den Krieg und anderes.
Nelson, Heinrich [Übersetzer].
Berlin: Verlag „Öffentliches Leben“, [1920].
Auch: Leipzig: Verlag Der Neue Geist, 1921.
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Lindner, Heiner
Um etwas zu erreichen, muss man sich etwas vornehmen, von dem man glaubt, dass es unmöglich sei.
Der Internationale Sozialistische Kampfbund (ISK) und seine Publikationen
Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung, Historisches Forschungszentrum, 2006. ISBN 3-89892-450-5.
Digitalisat [pdf].
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Link, Werner
Die Geschichte des Internationalen Jugend-Bundes (IJB) und des Internationalen Sozialistischen Kampf-Bundes (ISK).
Ein Beitrag zur Geschichte der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik und im Dritten Reich.
Meisenheim am Glan: Anton Hain, 1964.
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Maiwald, Ernst
Zur Pflege jüdischer Friedhöfe durch die politischen Gemeinden.
In: Hessische Städte- und Gemeindezeitung, Bd. 35 (9), S. 318-319, 1985.

Maurer, Kurt
Melsunger Grenzgänge 2008 – 2010.
In: Mitteilungen des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde Kassel 1834 e.V.
Jg.52, Juli 2011, S. 27–32.
Digitalisat [htm].

Mayr, Max
Auszug aus dem Melderegister der Gemeinde Adelshausen.
Bonn: Archiv der sozialen Demokratie, 1962.
Nachlass Minna Specht, 1/MSAE000067.

Meyer, Heinrich
Wiedersehen mit der Walkemühle am 15. Mai 1945. [1962]
Bonn: Archiv der sozialen Demokratie, 1967.
Nachlass Minna Specht, 1/MSAE000087.
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Michelagniolo Buonarroti
Dichtungen.
Nelson, Heinrich [Übersetzer].
Jena: Diederichs, 1909, XIV, 310 S.
Jena: Diederichs, 1922, 5.-7. Tsd. XVI, 310 S.
Jena: Diederichs, 1938, 8. Tsd.
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Miller, Susanne
Rede zur Erinnerung an Minna Specht.
In: Eberhardt, 1980, S. 19-29.

Nelson, Heinrich
Ahasvers Wanderung und Wandlung.
Ein Märchen-Roman.
Leipzig: Der Neue Geist, 1922, XII, 337 S.
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Nelson, Heinrich
Beethoven, der Mensch.
Stuttgart: Verlag „Öffentliches Leben“, 1927.
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Nelson, Leonard [1926]
Über das Landerziehungsheim Walkemühle.
In: Die Tat. Monatsschrift für die Zukunft deutscher Kultur, 17 (11) 1926, S. 869.

Nelson, Leonard [1938]
Ein Bild seines Lebens und Wirkens.
Aus seinen Werken zusammengefügt und erläutert von Willi Eichler und Martin Hart.
Paris: Editions nouvelles internationales, 1938.
Darin: Über das Landerziehungsheim Walkemühle. S. 405-406.
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Nelson, Leonard [1971]
Gesammelte Schriften in neun Bänden.
Band 8: Sittlichkeit und Bildung.
Hamburg: Felix Meiner, 1971. ISBN 3-7873-0227-1.
Darin: Über das Landerziehungsheim Walkemühle. S. 575-578.
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Nelson, Leonard [1974]
Ausgewählten Schriften Nelsons.
Heydorn, Hans-Joachim [Hrsg.].
Frankfurt a.M.: Europäische Verlagsanstalt, 1974. ISBN 3 434 00245 6.
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Nielsen, Birgit S.
Erziehung zum Selbstvertrauen.
Ein sozialistischer Schulversuch im dänischen Exil 1933-1938.
Wuppertal: Hammer, 1985. ISBN 3-87294-265-4.
Wc.png

Ogdan, Jechiel und Dieter Vaupel
Sie werden immer weniger! – die Geschichte der jüdischen Gemeinde Spangenberg.
Ringgau: Gajewski, 2004. ISBN 3-930342-19-7.
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Pochon, Charles F.
René Bertholet (1907-1969).
In: Cahiers d'histoire du mouvement ouvrier, vol. 11-12, 1995-1996, p. 140-146.
Digitalisat [pdf].

Rode, Berta
Über die Walkemühle.
In: Gesellschaft der Freunde der philosophisch-politischen Akademie e.V.. [1928]), S. [5-7].

Reifenberg, Bernd
Eine wissenschaftliche Bibliothek als Sammelstelle für indizierte Literatur.
Zur Rückgabe von sechs Büchern an die Erben des deutsch-jüdischen Fabrikanten Max Wolf.
Beiträge öffentlicher Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland zum Umgang mit Kulturgütern aus ehemaligem jüdischem Besitz.
Magdeburg: Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, 1, 2001, S. 232-242.
Überarbeitetes Digitalisat [pdf], 2002.

Rüther, Martin und Uwe Schütz, Otto Dann [Hrsg.]
Deutschland im ersten Nachkriegsjahr.
Berichte von Mitgliedern des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK) aus dem besetzten Deutschland 1945/46.
München: K.G. Saur, 1998. ISBN 3-598-11349-8.
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Schaper, Else
Die Geschichte unseres Kindes.
Kassel, Waldkappel, Walkemühle: handschriftliche Aufzeichnungen, [1940- 1973], 84 Seiten.

Schaper, Willi
Lebenserinnerungen.
Kassel: unveröffentlichtes Typoskript, [1992], 125 Seiten.

Schattner, Thomas
Kaderschmiede in der Mühle.
Ab 1. Juli 1933 schulten die Nazis ihre Funktionäre in der Walkemühle bei Melsungen.
In: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, 30.6.2008, Ausgabe Schwalm-Eder.
Digitalisat [pdf].

Schattner, Thomas
Jeden Morgen gab es Prügel. Im Keller der Mühle wurden Häftlinge gequält.
In: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, 30.6.2008, Ausgabe Schwalm-Eder.
Digitalisat [pdf].

Schiemann, Heinrich
Verwandtschaft und Freundschaft.
In: Becker, S. 356-366.

Schmidt, Jürgen
Melsungen – Die Geschichte einer Stadt.
Melsungen: Magistrat der Stadt Melsungen, 1978.
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Specht, Minna
Education for Confidence. / Erziehung zum Selbstvertrauen.
Englischer Text: Education for Confidence in: Specht: Gesinnungswandel, S. 56-67.
Deutsche Übersetzung: Feidel-Mertz: Schulen im Exil, S. 92-103.

Specht, Minna
Gesinnungswandel.
Frankfurt a.M.: Peter Lang, 2005, ISBN 3-631-53062-5.
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Specht, Minna und Willi Eichler [Hrsg.]
Leonard Nelson zum Gedächtnis.
Frankfurt a.M. und Göttingen: Verlag Öffentliches Leben, 1953.
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Stier, Thomas
Leonard Nelson – Besuch am Grab des Philosophen.
In: Hessisch-Niedersächsische-Allgemeine, 3.6.1997, Lokalausgabe Melsungen.

Torbov, Zeko [1985]
Erinnerungen an Leonard Nelson (1924-1929).
Sofia: unveröffentlichtes Typoskript, V+210 Seiten, 1985.

Torbov, Zeko [2005]
Erinnerungen an Leonard Nelson (1925-1927).
Herausgegeben, neu übersetzt und mit einer Einleitung von Nikolay Milkov.
Hildesheim: Olms, 2005, LVIII+206 Seiten, ISBN 978-3-487-13000-2.
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In diesem Buch werden mehrere Briefe Willi Eichlers von 1925 [S. 14, 27, 28, 29] mit der Unterschrift Martin Hart zitiert. Es übersteigt mein Vorstellungsvermögen, dass der vorsichtige, politisch weitsichtige Willi Eichler in der Emigration nach 1933 zur Tarnung das Pseudonym Martin Hart benutzte, mit dem er angeblich schon 1925 Briefe unterzeichnet haben soll. Gibt es die Originale dieser Briefe noch?

Walter, Nora
Langweilig war es nicht, mein Leben.
Empelde: unveröffentlichtes Typoskript, [2000]. 144 Seiten und Anhänge.

Wirsching, Andreas
Jüdische Friedhöfe in Deutschland 1933-1957.
In: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Bd. 50, S. 1-40, 2002.
Digitalisat [pdf].
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Wittrock, Christine
Der ISK und Max Wolf.
In: Frankfurter Rundschau, 20.11.2001.
Digitalisat [htm].

Wittrock, Christine
Wie den Nazis die Enteignung der Dreiturm-Fabrik gelingt.
Nach den Reichstagswahlen im März 1933 beginnt in Schlüchtern und Steinau der Terror gegen den jüdischen Firmenbesitzer Max Wolf.
In: Frankfurter Rundschau, 20.11.2001.
Digitalisat [htm].

Wittrock, Christine
Saubere Geschäfte, weisse Westen und Persilscheine: die Geschichte der Seifenfabriken in Schlüchtern und Steinau seit 1825.
Hanau: CoCon-Verlag, 2002.ISBN 3-928100-90-4.
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Wolf, Curt und D. Goldschmidt
Gräberverzeichnis des jüdischen Friedhofs in Melsungen, aufgenommen im August 1938 durch Curt Wolf aus Eschwege und D. Goldschmidt aus Frankershausen (Berkatal).
Ausgefertigt F. Goldschmidt.V, Laufzeit: 1861-1933; (1938).
Digitalisat, [PNG].

Wunder, Bernd
Im Kampf gegen die autoritäre Schule - der Reformpädagoge Ludwig Wunder (1878-1949):
ein Vertreter der Landerziehungsheimbewegung zwischen H. Lietz, G. Kerschensteiner und L. Nelson.
Hamburg: Verlag Dr. Kovac, 2008, ISBN 978-3-8300-3465-0.
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Ziechmann, Jürgen
Theorie und Praxis der Erziehung bei Leonard Nelson und seinem Bund.
Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 1970.
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Weblinks

Zu Walkemühle, ISK etc:

Bei Eingabe des Suchworts Walkemühle auf dieser Seite der Friedrich-Ebert-Stiftung werden 162 Miniaturansichten zu Fotos zum Stichwort Walkemühle aufgelistet, (Stand 16.12.2017).


Zu Leonard Nelson:

Nachlass Leonard Nelson beim AdsD mit den Abschnitten:


Zum Jüdischen Friedhof Melsungen

Einzelnachweise

  1. AdsD Bestand IJBISK 4/IJBISK000152
  2. Utopie zur Wissenschaft
  3. Mayr, S. 4.
  4. Siehe Demokratie und Füherrschaft
  5. Siehe ISK, Heft 10, Oktober 1928, S. 155-162
  6. Siehe Faksimile weiter unten.
  7. Dazu der Text und etwas zur Geschichte.
  8. Das Adressbuch von Cassel von 1917 enthält drei Angaben zum Namen Greg, insbesondere:
    Kasp. Greb, Herzogl. Hoffriseur, Parfümerie Flora, Hohenzoll.-Str. 40. E.
    1930 ist dort unter Kasp. Greb ein Zigarrengeschäft angegeben.
    Weiterhin ist in einer Mitgliederliste der Gesellschaft der Freunde der philosophisch-politischen Akademie (Leonard Nelson) E.V., (5.4.1920; BArch Berlin, Nachlass Nelson N /2210 373 Blatt 15, Blatt 44), unter den Jährlich zahlenden Mitgliedern ein Caspar Greb, Friseur, Cassel, Hohenzollernstr. 40 aufgeführt.
  9. Das Zitat bezieht sich auf Immanuel Kant: Kritik der Urteilskraft – Kapitel 51, § 41 Vom empirischen Interesse am Schönen.
    Denn es gilt hier im ästhetischen Urteile, was im Erkenntnisurteile (von Dingen überhaupt) gesagt wird, a posse ad esse non valet consequentia.
  10. Erklärung bei Wikipedia
  11. Quelle: Hessische Hauptstaatsarchiv Nachlass Anna Beyer: HHStAW 1213 31. Schul- u. Erholungsheim Walkemühle bei Melsungen, Bez. Kassel. Verfassung der Gemeinde Klein-Berlin in der Walkemühle.
  12. Archiv der sozialen Demokratie, Nachlass Willi Schaper, 1/WSAQ
  13. Archiv der sozialen Demokratie, Nachlass Willi Schaper, 1/WSAQ
  14. Archiv der sozialen Demokratie, Nachlass Willi Schaper, 1/WSAQ
  15. Archiv der sozialen Demokratie, Nachlass Willi Schaper, 1/WSAQ
  16. Archiv der sozialen Demokratie, Nachlass Willi Schaper, 1/WSAQ
  17. Archiv der sozialen Demokratie, Nachlass Willi Schaper, 1/WSAQ
  18. Nachlass Schaper
  19. Bundesarchiv Berlin, Nachlass Nelson, BArch N 2210/48, fol. 113.
  20. AdsD Nachlass Minna Specht 1MSAE000091.
  21. Schaper, S. 31.
  22. BArch N 2210/419, fol. 196.
  23. BArch N 2210/419, fol. 202.
  24. BArch N 2210/419, fol. 204r, 204v, 203.
  25. Auch beim Archiv der sozialen Demokratie. 6/FOTA189806.
  26. Flake.
  27. BArch N 2210/252, fol. 79-82.
  28. Archiv der sozialen Demokratie: 6/FOTA029914
  29. ISK, Mitteilungsblatt des Internationalen Sozialistischen Kampf-Bundes, Jg. 1, Heft 11, 3. Umschlagseite, 1926.
  30. HStAM, 223, 32, Vermerk vom 7.11.1934; Mengenangabe: ca. 20 ctr.
  31. Zentrales Staatsarchiv der DDR
  32. Schreyer, Hermann. Vorbemerkung In: Findbuch Leonard Nelson, BA Berlin N 2210. 1986.
  33. Klär
  34. Gisselmann, 1997.
  35. Ziechmmann