1945 bis 1951

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Der Wiederaufbau

Das Bild zeigt Kinder, die im Frühjahr 1946 vom Schweizerischen Arbeiterhilfswerk betreut wurden.[1]

Am 15. Mai 1945 erreichte das frühere ISK-Mitglied Heinrich Meyer auf dem Heimweg von Hamburg nach Frankfurt die Walkemühle und erwirkte bei der amerikanischen Militärverwaltung in Melsungen eine Treuhänderschaft für die Walkemühle: Für die zuletzt als Wehrertüchtigungslager der HJ. verwendete Walkemühle (Eigentum der NSDAP) ist seitens der Militärregierung ein Treuhänder bestimmt, der diesen Besitz im Auftrag der Militärregierung verwaltet. Die Treuhänderschaft wurde am 10. Juli 1945 auf Willi Schaper erweitert, der am 25. Juni 1945 von Waldkappel kommend mit seiner Familie in der Walkemühle einzog.[2]
Anfang Juni 1945 erreichten Hanna und René Bertholet die Walkemühle:

In der Mühle erlebten wir eine große Überraschung: Es war schon jemand da und mit dem Wiederaufbau beschäftigt, nämlich Heini Meyer aus Frankfurt. Die alte Mühle, das Lehrgebäude und der Verbindungsteil sind ausgebrannt (von den Nazis selber), die Akademie hat einen Artillerietreffer, der aber nicht allzu schwer zu reparieren ist. Außerdem ist sie vollkommen ausgeplündert (war verständlich, da sie ja eine Nazieinrichtung geworden war) und völlig verwohnt, weil zuletzt nicht mehr Führerschule, sondern so etwas wie vormilitärische Drillanstalt. [3]

René Bertholet war zu dieser Zeit Präsident des Schweizerischen-Arbeiter-Hilfswerks (SAH).

Der Landrat des Kreises Melsungen bat am 22. Juni 1945 u.a. die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden Malsfeld, Adelshausen und Mörshausen für

Aufräumungsarbeiten alsbald […] alte Parteigenossen oder führende Mitglieder der Hitlerjugend bezw. SS- oder SA.-Männer zu bestimmen.

Diese Anordnung wurde unterschiedlich befolgt. Die Männer mussten 6 Wochen täglich 8 Stunden Aufräumungsarbeiten auf der Walkemühle leisten.
Die ersten Wiederaufbauarbeiten kamen verhältnismäßig zügig voran. Es standen ca. 38. 000 RM aus dem Vermögen des ISK zur Verfügung. Schwierig war es, geeignete und zuverlässige Arbeitskräfte zu finden. Materialmangel und Transportprobleme verzögerten die Bauarbeiten. Die Zensur der Post durch die amerikanische Militärverwaltung und die fehlende Telefonmöglichkeiten behinderten die Arbeiten ebenfalls. Am 20. Oktober 1945 wurde schließlich das Richtfest für das Dach des Lehrgebäudes gefeiert.

Richtfest für das Dach. Foto aus Privatbesitz.

Foto zum Richtfest des teilweise wiederaufgebauten Lehrgebäudes am 20. Oktober 1945.[4]

Der ISK löste sich am 10. Dezember 1945 auf; viele ehemalige Mitglieder traten in die SPD ein. Es dauerte noch lange bis die Eigentumsverhältnisse an der Walkemühle geklärt werden konnten.

Die Hilfe des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks

Nach dem 8. Mai 1945 gründete das Schweizerische-Arbeiter-Hilfswerk (SAH) eine Abteilung für systematischen Wiederaufbau. Nora Platiel übernahm die Leitung dieser Abteilung; René Bertholet war Präsident des SAH.[5]

Ab Oktober 1945 leitete Jetti Ochsenbein vom SAH in der Walkemühle die Betreuung von Kindern, deren Eltern von der Nazis ermordet bzw. verfolgt worden waren. Sie wurde später noch von Meieli Stähelin und Dorle Drexler in der Leitung unterstützt. Neben der höchst sparsamen Lebensführung war auch die starke Fluktuation der traumatisierten Kinder eine große Herausforderung für die Betreuerinnen. Es wurden zeitweilig 30 Kinder betreut. Im Schweizerischen Sozialarchiv lagert dazu noch unausgewertetes Material.

In einem Brief vom 20. Juni 1946 an Willi Eichler schildert Willi Schaper einige der Schwierigkeiten bei der Betreuung der Kinder:

Ich frage mich, ob ich Dich mit solchen Dingen überhaupt behelligen soll. Aber daran scheitert sovieles, an dieser verfluchten Nazieinstellung der Menschen. So geht es auch den Schweizerinnen mit der Kinderbetreuung. Heute Morgen z.B. kommt Dorle Drexler, die mit Jetti aus der Schweiz gekommen ist und während Jettis Urlaub die Verantwortung für die Kinder hat, zu mir und erzählt, dass sie sich gestern bis in die Nacht hinein mit einer Kindergärtnerin herumgeschlagen hat, die ganz im Nazigeist erzogen wurde und auf dem Standpunkt steht, dass das Leben ohne Krieg doch langweilig sei. Dementsprechend ist dann der „Geist“ dieser Menschen und sie verstehen es auch nach dem ganzen Elend, dass die Nazis über uns gebracht haben, nicht, dass wir gegen den Krieg sind. Sie singen mit den Kindern Soldatenlieder der Nazizeit und verstehen garnicht, warum wir das nicht wollen und empört darüber sind. Genau so ist es mit den Helfern in der Küche. Alle sind verantwortungslos und sabotieren zum Teil aus Dummheit, zum Teil bewusst, die Arbeit. (Siehe auch unter Bilder die Seite: Die Mühlenkinder)
Damit Du Dir ein Bild darüber machen kannst, wie das im Einzelnen aussieht, ein Beispiel. Unter großen Schwierigkeiten hat Dorle vom Wirtschaftsamt eine Sonderzuteilung an Kartoffeln erhalten. Die Lebensmittel sind auch hier knapp, dass wir hungern. In dieser Situation geben die Küchenmädel unserem Hund auf eine Mahlzeit ca. 2,5 kg Kartoffeln, einige kg Erbsbrei und wenn wir es nicht gesehen und verhindert hätten, dann hätte der Hund ausserdem noch 4 Liter gute Milch mit Isomalt bekommen. Dabei rührt der Hund diese Dinge überhaupt nicht an und, abgesehen davon, dass sie für ihn viel zu schade sind, verfaulen sie vor seiner Nase und die Ratten mästen sich daran. Und es ist nicht so, dass die Betreffenden nicht schon wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden wären. Was soll man machen mit solchen Menschen? Entlassen? Da wir keinen Ersatz bekommen, müssten wir bald schliessen, wenn wir das machten. Wir müssen für alle Arbeiten hier wieder Menschen gewinnen, die uns gesinnungsmässig nahe stehen oder zum Mindesten den guten Willen haben, uns zu helfen.[6]
Frühjahr 1946, Foto Else Schaper, Frühjahr 1946 aus Privatbesitz.

Die sog. Mühlenkinder; also Kinder, deren Eltern Opfer des Faschismus waren und die im Frühjahr 1946 in der Walkemühle vom Schweizerischen Arbeiterhilfswerk betreut wurden.[7]

Siehe auch die Fotos einiger der KInder.

Ab Herbst 1946 zeichnete sich ab, dass das SAH – sowohl aus finanziellen Gründen als auch wegen anderer Aktionen (z.B. „Colis Suisse“ und „Schweizer Spende“ - bald seine Hilfsaktion in der Walkemühle beenden werde. [8]

Am 15. März 1947 war es dann soweit. Die Walkemühle war damit als ein Ort von Bildung und Erziehung gefährdet. Der Landkreis Melsungen plante z.B., die Gebäude zur Einquartierung von Flüchtlingen oder TBC-Kranken zu verwenden.

Das Verständnis für die Lage „vor Ort“ sowie das Interesse für die Erhaltung der Walkemühle als Bildungsstätte nahmen offenbar mit der räumlichen Entfernung zusehends ab.[9] [10]

Die Erziehungsgemeinschaft Walkemühle

Anna Beyer, Fritz List und andere gründeten im Einvernehmen mit Minna Specht in Frankfurt am 10. März 1947 die Erziehungsgemeinschaft Walkemühle e.V.. Am 12. Mai 1947 wurde unter der Trägerschaft der „Erziehungsgemeinschaft“ die Walkemühle als Tagungsstätte für die Bildungsarbeit der Sozialistischen Jugend "Die Falken" in Anwesenheit von 65 Personen eingeweiht.[11] [12]

Foto aus Privatbesitz

Eröffnung der „Falken-Mühle“ am 12. Mai 1947.
In der Mitte Minna Specht, rechts daneben Willi Schaper; etwas verdeckt Vierte von rechts: Anna Beyer.[13]

Minna Specht schrieb dazu eine Woche später an Willi Eichler:

Ich war in der Mühle, zur Eröffnung der Falkenarbeit. Es war mir fast spukhaft, die rote Fahne vor der Akademie hissen zu sehen. Einstweilen gibt uns diese Lösung einen Aufschub.[14]

Anna Beyer formulierte in der Broschüre Die Walkemühle berichtet:

In der Walkemühle sollen die Helfer der Falken eine Stätte haben, in der in gemeinsamer Arbeit und im Zusammenleben das für die Jugenderziehung so wichtige Gemeinschaftsleben gepflegt wird. Die Schüler sollen lernen, wie durch den Geist der Solidarität und Kameradschaft die Jugend den wahren Sinn des Lebens wieder erkennt und, dass es einen Sinn hat, ehrlich und aufrichtig zu sein. […] In dieser Erziehungsarbeit wollen wir zum Neuaufbau Deutschlands beitragen und für die Ideen des Friedens und der Völkerverständigung wirken.

Zum Lehrplan der Falken

Der Lehrplan soll kein Schema sein und der Unterricht keine alte Schule. Das was wir wollen, ist nicht ein schläfriges Zuhören, sondern reges Mitdenken. Deshalb arbeiten wir auch in gemeinsamen Diskussionen an unseren Themen. Der Theorie folgt wie ein Schatten die Praxis. Oft bestimmt jedoch die Praxis die Theorie. So ist es auch im Leben. Deshalb behandeln wir auch so ernst die Themen, die unser Leben beeinflussen. Es ist aber immer wieder daran gedacht, dass sich Ernstes mit Heiterem ausgleicht. Vormittags die ernsten Themen, nachmittags als willkommene Abwechslung das Helfen in Haus, Hof und Garten, verbunden mit dem Lernen um das Einstehen für die Gemeinschaft. Anschliessend die praktische Arbeit des Gruppenlebens. Der Abend aber gehört der Erholung und dem Sport und Spiel, Volkstanz, heiterem Beisammensein oder kleinen Spaziergängen. Zur Erholung gehört aber auch eine kleine ernste Feier oder ein Leseabend.
Wenn einmal gerade feste diskutiert wird, dann kann uns kein Gang zum Essen oder sonst etwas unterbrechen. Erst müssen wir zu einem Ergebnis gekommen sein.
Wenn einmal gerade die Sonne lacht, setzen wir uns ins Freie. Lieder, Spiele, vor allem die Fahrt und das Sportfest gestalten wir immer so, dass wir das Wetter nützen. Deshalb wird häufig einmal das Programm des einen Tages mit dem eines anderen ausgetauscht. Am Ende aber steht immer die Erfüllung unseres Planes. Jeder soll das auf den Weg mitbekommen, was wir wahren Falkengeist nennen. Wir lernen nicht für die Schule, sondern fürs Leben! [15]

Das Schulungsprogramm der Falken wurde Ende 1948 eingestellt.

Während der Herbstmonate 1948 war die Walkemühle durch Erholungsaufenthalte von Heimkehrern aus der russischen Gefangenschaft […] einigermaßen über die Runden gebracht worden. Da die Walkemühle eher auf die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen als von Erwachsenen eingerichtet war, konnte das keine dauernde Lösung sein. Es gelang mit der Aufnahme erholungsbedürftiger Kinder aus Berlin während der Blockade, die Walkemühle wieder für einen guten pädagogischen Zweck nutzbar zu machen. Am 31. Dezember 1948 traf eine erste Gruppe von 50 Berliner Kindern ein. […] Die Kinder-Gemeinde-Klein-Berlin in der Walkemühle gab sich am 14. Februar 1949 eine Verfassung, die Rechte und Pflichten der Kinder regelte und offensichtlich am Vorbild der Kinderrepubliken der Falken aus der Weimarer Republik orientiert war.[16] [17]

Hier einige Auszüge aus der Verfassung:

Die Gemeinde der Berliner Kinder im Schul- u. Erholungsheim Walkemühle gibt sich diese Verfassung, um das Zusammenleben nach gewissen Grundsätzen und Richtlinien festzulegen; sie soll den Weg zeigen, der zu einem freudigen und glücklichen Zusammenleben in der Walkemühle führt.

I. Hauptteil, Aufbau der Gemeinde.

Artikel I. An der Spitze der Gemeinde steht der selbstgewählte Gemeinderat, der mit den Erwachsenen der Heimleitung alle Fragen des Zusammenlebens bespricht und regelt.
Artikel II. Der Gemeinderat besteht aus 7 Mitgliedern. Jungen und Mädel werden ihrer Anzahl entsprechend in den Rat gewählt.
Artikel III. Der Gemeinderat wählt für jede Gruppe (Jungen und Mädel) einen Bürgermeister.
Artikel IV. Der Gemeinderat wird jeden Monat neu gewählt.

II. Hauptteil. ( Rechte und Pflichten der Kinder )

Artikel VI. Alle Kinder haben gleiche Rechte und gleiche Pflichten, niemand soll bevorzugt, niemand benachteiligt werden.
Artikel VII. Alle Kinder haben das Recht auf Essen, Schlafen und auf Freizeit.
Artikel VIII. Jedes Kind kann sich beim Gemeinderat beklagen und seinen Schutz in Anspruch nehmen.
[…]
Artikel X. Wer seine Pflichten vergißt, wird vor den Gemeinderat geladen. Der Gemeinderat bespricht in Sitzungen auf welche Art und Weise das betreffende Kind sein Versäumniss wieder gutzumachen hat. Die Beschlüße sind für alle Kinder verbindlich, das heißt, jedes Kind hat die Weisungen des Gemeinderates zubefolgen.

III. Hauptteil ( Die Aufgaben des Gemeinderates )

Artikel XI. Der Gemeinderat regelt und beobachtet das Leben der Kinder und die Durchrührung der im Hauptteil II festgelegten Rechte und Pflichten jedes Kindes. Darunter wird verstanden:

persönliche Sauberkeit
Ordnung in der Stube
Pünktlichkeit
Einteilung und Einhaltung der der Gemeinschaft dienenden Hilfsarbeiten (Bücheraustausch, Küchendienst, Schlulraumordnung)

Artikel XII. Mindestens einmal in der Woche hat der Gemeinderat zusammenzutreten. Die beiden Bürgermeister besprechen jeden Abend die Tagesereignisse mit der Heimleitung.
[…]
Wir Berliner Kinder hoffen, daß unser Zusammenleben durch diese Verfassung auf das Beste und Angenehmste gefördert wird.“

Der vollständige Wortlaut der Verfassung.

Dokumente im umfangreichen Nachlass von Anna Beyer [18] belegen sowohl erhebliche organisatorische als auch inhaltliche Probleme der Erziehungsgemeinschaft Walkemühle. Charakteristisch ist eine Konsequenz in einem Protokoll Walkemühle-Besprechung:

Der Mensch ist mehr oder weniger vom Sexualtrieb beherrscht, auch schon als Kind. Aber es ist glücklicher Weise so, dass der Mensch seine Triebe binden, „sublimieren“ kann. Das können wir tun, indem wir Volkstanz durchführen, künstlerisches Interesse wecken, den Sexualtrieb also in das Geistige überlenken.[19]

Zwischen den in der Walkemühle wohnenden Erwachsenen kam es zu schwerwiegenden politischen und persönlichen Konflikten, die einerseits die Arbeit erheblich erschwerten und die andererseits von den verantwortlichen Genossen um Minna Specht auch qua Supervision nicht gemildert bzw. beigelegt werden konnten.

Hier war ein Schulungsleiter bei den Kursen der "Falken", der auf dem Standpunkt steht: Die SPD kämpft für die wirtschaftliche Besserstellung der Menschen, also soll sie dieses Ziel in ihren eigenen Betrieben, also bei mir selbst zunächst einmal durchführen.[20]

Am 16. Januar 1950 formulierte das Hauptjugendamt von Groß-Berlin seine Unzufriedenheit mit den Erholungsfortschritten der Luftbrückenkinder in der Walkemühle und schickte keine Kinder mehr. Zum Jahresende 1950 teilten Anna Beyer und Friedrich List für die Erziehungsgemeinschaft Walkemühle auf einer Ansichtskarte [!!!] mit dem Bild der Walkemühle deren „Freunden“ mit, dass die Walkemühle im Juni 1950 als Jugendheim […] geschlossen wurde.[21]

Der Verkauf und das Ende

Am 1. Mai 1952 verkaufte die Restgruppe des ISK das Gelände der Walkemühle mit den Gebäuden an den Fabrikanten Kuno Treskow. So endete die Geschichte des Landerziehungsheims Walkemühle. Es war den früheren Antialkoholikern vom ISK bekannt, das Treskow die Produktion von Bierdeckeln plante. Einige wiederaufgebaute Räume der Walkemühle dienten dann zur Herstellung von Bierfilzen und ähnlichen Materialien.[22]

Zwei Werbe-Bier-Filze.[23]

Foto, Privatbesitz.

Wischlappen im Privatbesitz.[24]


Ein Ausblick

Susanne Miller zitierte Hanna Bertholet im Dezember 1979 in ihren Gedanken über die Walkemühle, die in dem Buch für Minna Specht zu deren achtzigsten Geburtstag 1959 abgedruckt sind, mit folgenden Worten:[25] [26]

Nach vielen erfahrungsreichen Jahren ... sollte ein Fazit gezogen werden aus dem Versuch ..., dessen Kinderkrankheiten und Fehler ebenso wie seine Erfolge nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Aber ebenso wie das Experiment selber der Versuch einer Gemeinschaft war, kann auch seine Kritik nur eine Gemeinschaftsarbeit sein.
Diese Gemeinschaftsarbeit […] ist nicht zustande gekommen. Und sie kann auch nicht mehr nachgeholt werden

Die Erinnerungen der Freunde sind – so Miller –

eine Voraussetzung dafür, daß vielleicht später einmal Menschen, die nicht mehr aus eigenem oder persönlich vermitteltem Erleben schöpfen, sondern auf die Überlieferung angewiesen sind, eine kritische Würdigung vornehmen können.

Im „Archiv der sozialen Demokratie“ finden sich neben den Unterlagen des ISK im Nachlass von Minna Specht umfangreiche, bisher wohl wissenschaftlich noch nicht ausgewertete Antworten z.B. auf eine Umfrage unter den ehemaligen Schülerinnen und Schülern der Walkemühle und der Nachfolgeschulen von 1974 sowie von 1973 die Antworten auf eine Umfrage zur rückblickenden Beurteilung der Ausbildung im Landerziehungsheim Walkemühle unter den ehemaligen Erwachsenen-Schülern. Auch die Unterlagen im Ordner F: Walkemühle 1946 (Melsungen Bezirk Kassel) Mai 1946 des Schweizer Sozialarchivs harren der Analyse.


Hinweise

Hinweise zu

Einzelnachweise

  1. Foto: Nachlass Schaper; auch UB Kassel.
  2. HStAM, Signatur 166, 6437.
  3. Rüther, S. 75.
  4. Foto: Nachlass Schaper; auch UB Kassel.
  5. Kägi-Fuchsmann, S. 239.
  6. Nachlass Willi Schaper im Archiv der sozialen Demokratie, 1/WSAQ
  7. Foto: Else Schaper, Frühjahr 1946, Nachlass Schaper; auch UB Kassel.
  8. Kägi-Fuchsmann, S. 207 ff. und S. 267.
  9. Feidel-Mertz [1996], S. 29-36.
  10. Hansen-Schaberg, S. 131, F. 537.
  11. Feidel-Mertz, [1996], S. 29-36.
  12. Im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden befindet sich der Nachlass von Anna Beyer.
  13. Foto: Else Schaper, Nachlass Schaper; auch Archiv der sozialen Demokratie: 6/FOTA030399.
  14. Hansen-Schaberg, S. 132, F. 540.
  15. Nachlass Beyer HHStAW 1213 31.
  16. Kamp
  17. Feidel-Mertz, [1996], S. 29-36.
  18. Bücher, Broschüren u. Zeitschriften) im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden
  19. Protokoll der Walkemühle-Besprechung, S. 3. Ohne Datum. 9 Seiten. Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Nachlass Anna Beyer 1213 28.
  20. Brief von Willi Schaper an Fritz Thon, 23.6.1949.
  21. Feidel-Mertz, 1996, S. 33.
  22. Feidel-Mertz, [1996], S. 29-36.
  23. Bilder mit freundlicher Genehmigung von Kuno W. Treskow (Würzburg) und Reinhold Schäfer (Hess. Lichtenau).
  24. Privatbesitz Ralf Schaper.
  25. Eberhard, S.19 ff.
  26. Bertholet, Hanna. In: Becker: Erziehung und Politik, 1960, S. 269-286.